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Stück einer Zuger Tanztheatergruppe erinnert an Jack-Nicholson-Film

In ihrer sechsten Produktion vermischt die Zuger Tanztheatergruppe Free Moves aktuelle Themen.
Dorotea Bitterli
Mitglieder der Gruppe Free Moves während einer Probe für das aktuelle Stück. Bild: Maria Schmid (Baar, 10. Oktober 2019)

Mitglieder der Gruppe Free Moves während einer Probe für das aktuelle Stück. Bild: Maria Schmid (Baar, 10. Oktober 2019)

Im Tanzraum an der Baarer Lättichstrasse sitzen acht junge Frauen auf Stühlen vor einem grossen Spiegel. Nach Hunderten von Bewegungen sind sie einen Moment lang zur Ruhe gekommen, bücken sich unisono, und jede holt zwischen ihren Beinen einen silbernen Handspiegel hervor. Sie betrachten sich darin, stehen wieder auf und tanzen weiter.

Sie schweben, drehen, springen, werfen sich zu Boden, überschlagen sich, mal als synchrones Ensemble, mal im Duett, Terzett oder Quartett, dann wieder solistisch. Ihre Arme breiten sich aus, greifen zum Himmel, umarmen sich selbst, schlängeln in der Luft, als ob sie zu Shiva-Figuren gehörten. Und manchmal werden die typisch tänzerischen Bewegungen auch zu zärtlichen oder gewalttätigen Gebärden. Einmal sitzt eine Frau auf einem Stuhl, zu keiner Bewegung mehr fähig, und stösst einen durchdringenden Schrei aus.

Vor den mannshohen Spiegel, der die gesamte Breite des Raumes einnimmt, ist ein Vorhang gezogen – dieser steht für das zukünftige Publikum: Es handelt sich bei der Aufführung an diesem Tag um die Probe der Zuger Tanztheatergruppe Free Moves. «Welcome to Rehab» heisst das Stück, das sie nächstens im Gemeindesaal Baar aufführen wird (siehe Fussnote). Die Leiterin Jenny Suter erläutert, worum es darin geht:

«In einem renommierten Rehabilitationszentrum treffen Menschen ein, die sich von den Zwängen des Alltags befreien wollen, von Burn-out, Liebeskummer, Schönheitswahn, Sucht und Selbstzweifeln.»

Das klingt ganz gemütlich. Auch auf dem Plakat zum Stück erweckt die Tee servierende Krankenschwester mit altmodischer Haube eine Retro-Stimmung, die entspannend wirkt.

Die Geschichte erinnert an einen berühmten Film

Doch da sind auch noch Pillen, von seltsamen Pflegerinnen zwangsverabreicht. Nachdem sie eines Nachts eine schaurige Szene beobachtet haben, in welcher ein Arzt grausame Versuche an Patientinnen durchführt, planen die Insassinnen den Aufstand. Und plötzlich wähnt man sich im berühmten Hollywood-Film «Einer flog über das Kuckucksnest», in dem Jack Nicholson die unheimliche Ordnung einer Psychiatriestation aus den Fugen bringt.

«Wir hatten die Idee zum Stück etwa vor einem Jahr», sagt die Free-Moves-Leiterin Jenny Suter. Die Tanztheatergruppe besteht aus 20- bis 30-jährigen, halbprofessionellen Tänzerinnen, die ihre Stücke im Kollektiv entwerfen und erschaffen. Die insgesamt 17 Nummern der aktuellen Story wurden von verschiedenen Mitgliedern choreografiert – Suter selbst sowie Ariane Landtwing, Caila Schilling, Romana Lischer und Zoé Meier zeichnen verantwortlich dafür. Free Moves hat ein breites Spektrum an Bewegungskönnen vorzuweisen, zu welchem auch akrobatische Elemente gehören, was das Zuschauen kurzweilig macht. Kurz vor der Premiere werden die Kostüme (gestaltet von Lea Huber und Romana Lischer) fertig sein und in den Vorstellungen die Wirkung erhöhen. Das gesamte Team ist für Musik, Licht, Filmprojektionen und Requisiten besorgt.

Nach zweistündiger Probe sind die Tänzerinnen nassgeschwitzt, aber noch voller Energie. Das Publikum darf gespannt sein, wer am Ende den unerbittlichen Kampf in der Rehabilitationsklinik gewinnt.

Die Aufführungen von «Welcome to Rehab» finden am 25. und 26. Oktober jeweils um 19.30 Uhr im Gemeindesaal Baar statt.

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