Eine verpasste Chance

«Zum Geldsegen gehörte auch Glück», Ausgabe vom 28. Juni

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Der Kanton Zug wies im letzten Jahr einen Überschuss von nahezu 150 Millionen Franken aus. Da scheint es sinnvoll, einen kleinen Anteil davon in nötige Massnahmen zu investieren, die bis jetzt kaum vom Regierungsrat umgesetzt wurden. Die Fraktion Alternative – die Grünen mit Unterstützung der SP hat deshalb an der Juni-Kantonsratssitzung beantragt, eine Million Franken für Anpassung an den Klimawandel im Kanton Zug zu investieren. Dabei soll der Regierungsrat beauftragt werden, geeignete Projekte vorzuschlagen und auszuarbeiten.

Der Klimawandel kann leider auch mit sofortigen Massnahmen nicht völlig abgewendet werden. Nebst den Massnahmen gegen den Klimawandel sind deshalb auch Klimaanpassungen zwingend. Eine mögliche Anpassung an den Klimawandel wäre beispielsweise das Pflanzen und Pflegen von 1000 Bäumen im Siedlungsraum vom Kanton Zug.

Denn Bäume sorgen mit ihrem Schatten und der Transpiration für Abkühlung an heissen Sommertagen, wie wir sie jetzt gerade erleben. Unter einem Baum kann es gefühlte 15 Grad kühler sein, als in der prallen Sonne auf dem Asphalt stehend. Ebenso eine nötige Massnahme wäre die Erhöhung der Gewässerflächen durch Weiherbau, Bachausdohlung und Schaffung von Feuchtwiesen, welche ebenfalls einen kühlenden Effekt hat. Aber auch Investitionen in Gebäudehüllen inklusive klimaeffektiven Dach- und Fassadenbegrünungen wären eine Möglichkeit.

Leider wurde der Antrag nur von den Fraktionen der Alternative – die Grünen und der SP angenommen, sowie von zwei von vier GLP-Politikern. Die FDP-Fraktion hat trotz neuem Klimapapier den bescheidenen Antrag abgelehnt. Auch die CVP-Fraktion hat nach dem Zusammensitzen mit der Klimajugend den Antrag grossmehrheitlich abgelehnt.

Ein Gegenargument im Kantonsrat war, dass ein konkretes Projekt beantragt werden soll. Leider sind im Moment keine ausgearbeiteten Projekte in der Pipeline. Denn das Ausarbeiten von Projekten braucht finanzielle und personelle Ressourcen, die mit diesem Antrag hätten zur Verfügung gestellt werden können.

Stéphanie Vuichard, ALG-Kantonsrätin, Nationalratskandidatin, Zug