Eine ziemlich teure Unterschrift: Warum sich Urkundenfälschung nicht lohnt

Ein Mann hat einen Vertrag mit dem Namen seiner Frau unterschrieben – und so eine Urkunde gefälscht.

Harry Ziegler
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Offenbar tat das Mobiltelefon des Beschuldigten seinen Dienst nicht mehr. Um sich ein neues Telefon zu besorgen, setzte er die Unterschrift seiner Frau auf den Vertrag eines Mobilfunkanbieters. Laut Strafbefehl der Staatsanwaltschaft des Kantons Zug handelt es sich um Urkundenfälschung. Eine ziemlich teure noch dazu. Der 51-jährige italienische Staatsangehörige wird schuldig gesprochen und mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 110 Franken bestraft. Der Vollzug der Geldstrafe wird aufgeschoben unter Ansetzung einer Probezeit von zwei Jahren. Zu bezahlen hat der Mann allerdings eine Busse von 825 Franken sowie die Gerichtsgebühr von 500 Franken.

Der Urkundenfälschung macht sich laut Strafgesetzbuch schuldig, wer «eine Urkunde fälscht oder verfälscht, die echte Unterschrift oder das echte Handzeichen eines andern zur Herstellung einer unechten Urkunde benützt oder eine rechtlich erhebliche Tatsache unrichtig beurkundet oder beurkunden lässt, eine Urkunde dieser Art zur Täuschung gebraucht.» Bestraft werden können Schuldige mit einer Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe.

Der Mann wusste, dass er falsch handelte

Der Beschuldigte hat im Sommer 2018 einen auf seine Frau lautenden Vertrag eines Mobilfunkanbieters mit dem Namen seiner Frau unterzeichnet. Dies laut Strafbefehl, um ein neues Mobiltelefon zu erhalten. Der Beschuldigte hat dabei gewusst, dass er als nicht bestehender Vertragspartner keinen Anspruch auf das Mobiltelefon, das der Anbieter abgab, hatte.

Da der Fall «weder tatsächliche noch rechtliche Schwierigkeiten» aufweise, habe für die privat klagende Ehefrau keine Veranlassung bestanden, für das Verfahren einen Rechtsanwalt beizuziehen, weshalb ihr auch keine Entschädigung ausgerichtet werde, steht im Strafbefehl der Staatsanwaltschaft weiter.