Einen Award für das Lebenswerk

Peter Stutz wird für seine grossen Verdienste im Schweizer Handballsport geehrt. Der «Macher» des LK Zug blickt auf eine 40-jährige Trainertätigkeit zurück – aber das ist längst nicht alles.

Ernesto Piazza
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Peter Stutz freut sich mit seiner Frau Esthi über den Special Award. (Bild: PD)

Peter Stutz freut sich mit seiner Frau Esthi über den Special Award. (Bild: PD)

«Das habe ich so nicht erwartet», sagte ein sichtlich überraschter Peter Stutz in der Badener Trafohalle vor versammelter Handballcommunity. Dort führte der Verlag Handballworld bereits zum achten Mal die Swiss Handball Award Night durch. In diesem Rahmen wurde auch der Special Award für grosse Verdienste im Schweizer Handballsport verliehen. Diesmal fiel die Ehre dem 56-jährigen LKZ-Macher zu.

Und nachdem Laudatorin Andrea Schilter das Geheimnis gelüftet hatte, konnte er das Puzzle definitiv zusammensetzen. Vor mehr als 400 Gästen erklärte er nämlich auf der Bühne stehend: «Jetzt weiss ich auch, wieso meine Frau Esthi unbedingt an diesen Anlass gehen wollte.» Ursprünglich beabsichtigte er nämlich, über die Pfingsttage früher ins Bündnerland zu fahren.

«Auf allen Stufen wird hervorragend gearbeitet»

Präsident, Sportchef, Trainer und Marketingaufgaben: Sein Tätigkeitsfeld beim LK Zug beinhaltet viele Facetten. Zudem bekleidete Stutz auch Chargen beim Schweizerischen Verband. Er darf getrost als unermüdlicher «Chrampfer» für den Handballsport – speziell für den Frauenbereich – betitelt werden. Packt er etwas an, steht für ihn immer das daraus entstehende Produkt im Vordergrund. Und es gehört irgendwie zu seinem Naturell, wenn Stutz sagt: «Solche Auszeichnungen sind für mich nicht das Entscheidende. Ich freue mich immer, wenn sich Leute engagieren und kreativ ihren Job erledigen.»

Und in dieser Hinsicht seien sie beim LK Zug momentan so gut aufgestellt, wie schon lange nicht mehr. «Auf allen Stufen wird hervorragend gearbeitet.» Zu seinen Zielen gehört auch, dass die vielen guten jungen Spielerinnen permanent besser werden. Nur so war es möglich, den Umbruch in der SPL1 in dieser Saison mit vielen Eigengewächsen auf diese Weise zu vollziehen. Und so holten beispielsweise auch die U18-Elite-Juniorinnen souverän den Schweizermeister-Titel nach Zug. Da sind viele positive Momente dabei, die ihm die Genugtuung geben, auf dem richtigen Weg zu sein. Das grosse Ganze, immer im Sinne des Vereins denkend und handelnd, steht bei ihm absolut im Vordergrund. Dafür nimmt er auch schon mal in Kauf, anzuecken.

Die fünfköpfige Familie Stutz lebt Handball. Anders wäre sein unermüdliches Engagement für diesen Sport kaum möglich. Tochter Leah spielt ebenfalls im SPL1-Team und auf die volle Unterstützung seiner Frau Esthi kann er selbstverständlich zählen. Sie betreibt in der Zuger Sporthalle jeweils auch das Bistro.

Und als er nach der letzten Spielzeit im Spitzenhandball einen Schritt zurückmachte, habe ihm das keine Mühe bereitet. «Ich habe ihn sogar gesucht.» Es gebe ihm eine andere Perspektive. Sein Rat ist beim Fanionteam weiter gefragt. Zudem sprang er letzte Saison spontan bei den U14-Elite-Juniorinnen ein. «Das war eine neue Erfahrung.» Doch der Spass ist so gross, dass er den Trainerjob nächste Saison weiter ausübt.

Seit 40 Jahren ist er Trainer beim LK Zug. Eine lange Zeit, bei der es für ihn nie einen Mehrjahresplan gegeben hat. So soll es künftig auch weiter gehen. Wobei Stutz doch sagt: «Dieser Award macht mich etwas Stolz.»

Christoph Sahli als bester Frauentrainer ausgezeichnet

Beim SPL1-Team hat Christoph Sahli diese Saison das Zepter übernommen. Er war Peter Stutzs Wunschlösung. Und diese Variante griff so sehr, dass der Newcomer auf Anhieb in Baden den Award für den besten Frauentrainer gewann. Er setzte sich gegen Nationaltrainer Martin Albertsen und den Brühl-Meistermacher Rolf Erdin durch. Er habe nicht unbedingt damit gerechnet, sagt Sahli. Die Auszeichnung sei wohl eine Bestätigung für die gute Arbeit, glaubt er. Auch wenn es (noch) zu keinem Titel auf dieser Stufe gereicht hat. Den Award will Sahli ebenfalls der Mannschaft weiterreichen. «Das Team hat sich über die ganze Saison aussergewöhnlich engagiert.» Zu Hause wird die Trophäe einen speziellen Platz einnehmen. Und zwar stellt Christoph Sahli sie zu den beiden Auszeichnungen, die seine Freundin Laura Innes seinerzeit im gleichen Rahmen als beste Torhüterin erhalten hatte. Mit Martina Pavic als wertvollste Spielerin (MVP) war der LK Zug an der Awards Night noch ein drittes Mal erfolgreich.