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Einkaufszentrum Zugerland: Inzwischen fest etabliert, zu Anfangszeiten heiss diskutiert

In den 40 Jahren seit dem Bau ist das Einkaufszentrum in Steinhausen gewachsen. Ende der 1960er-Jahre stiess es noch auf Widerstand.
Vanessa Varisco
Ein ungewohnter Blick auf das Zugerland: So sah es im Eröffnungsjahr 1979 aus. (Bild: PD)

Ein ungewohnter Blick auf das Zugerland: So sah es im Eröffnungsjahr 1979 aus. (Bild: PD)

Alles begann auf einer Fläche von 6000 Quadratmetern. Inzwischen, 40 Jahre nach der Eröffnung, fasst das «Zugerland» mit 22 000 Quadratmetern über dreieinhalb Mal so viel Fläche. Damals, 1979, als das Center eröffnete, waren der gesetzlich begrenzten Verkaufsfläche wegen auch weniger Geschäfte vertreten als heute: gerade mal 20. Inzwischen sind es über 50. «Das ‹Zugerland› war seit dem ersten Tag eine Attraktion und der Ansturm gross», weiss Philippe Gerber. Er war ab 1981 mehrere Jahre Verantwortlicher Food im Migros-Supermarkt.

Früher prangte dieses Logo am Einkaufszentrum. (Bild: PD)

Früher prangte dieses Logo am Einkaufszentrum. (Bild: PD)

Dieses Jahr feiert das «Zugi», wie es viele Zugerinnen und Zuger getauft haben, also sein 40-jähriges Bestehen, ist fest etabliert und laut Gerber das umsatzstärkste Einkaufscenter der Zentralschweiz. Doch nicht von Anfang an, stiess das «Zugerland» auf Begeisterung, wie im Buch «Steinhausen – die ungewöhnliche Geschichte einer Schweizer Gemeinde» von Walter Wyss nachzulesen ist. Als die Migros nämlich Ende der 1960er-Jahre nach einem Standort suchte, «opponierten verschiedene Kreise mit unterschiedlicher Motivation gegen das geplante Einkaufszentrum» in der Gemeinde Steinhausen. Einerseits gab es das lokale Gewerbe – und speziell den Detailhandel –, das einen Rückgang der eigenen Umsätze befürchtete. Auch einige Einwohnerinnen und Einwohner wehrten sich gegen das Zentrum, weil sie die Dorfkernüberbauung als gefährdet ansahen, die gerade im Gang war. Schliesslich nahmen auch einige Umweltschützer gegen das Einkaufszentrum Stellung.

Sie argumentierten, dass das Zentrum am Rande des Dorfes einiges an Mehrverkehr erzeuge. Die Opposition habe sich zwar nicht beschwichtigen lassen, schreibt Walter Wyss, setzte sich aber in der breiten Bevölkerung auch nicht durch. Denn es gab auch zahlreiche Befürworter: Hausfrauen, politische und persönliche Lobby der Migros, das einheimische Baugewerbe und politische Behörden. Die Diskussion zwischen Befürwortern und Gegnern flimmerte sogar über den Bildschirm: In der Sendung «Heute Abend in…» des Schweizer Fernsehens wurde die Debatte rund um das Einkaufszentrum ausgestrahlt. An der Urnenabstimmung vom 5. Dezember 1976 sprachen sich die Steinhauser Stimmberechtigten dann allerdings mit einer Dreiviertelmehrheit für das Zentrum aus. «Nach mehreren Jahren konnte ausserdem festgestellt werden, dass die Anzahl der kleineren Geschäfte in der näheren Umgebung sogar zugenommen hat», erzählt Philippe Gerber.

1998: Die Lebensmittelabteilung der Migros im Zugerland. (Bild: PD)

1998: Die Lebensmittelabteilung der Migros im Zugerland. (Bild: PD)

Damals wie heute locke das Einkaufszentrum ein durchmischtes Publikum an, so Gerber. Mittlerweile sei es jedoch auch zum Treffpunkt herangewachsen. «Familien, ältere Menschen, Jugendliche und Mitarbeitende von Firmen aus der Umgebung verabreden sich hier», zählt Gerber auf. Auch er hatte spannende Begegnungen im «Zugerland» als Verantwortlicher für die Foodabteilung. «Beeindruckend waren jeweils die regelmässigen Besuche von Adele Duttweiler, der Frau des Migros-Gründers, welche zu Lebzeiten regelmässig dort einkaufte», erinnert er sich und ergänzt: «Die Gespräche bei Kaffee und Kuchen waren für uns sehr bereichernd.»

Ein Blick in die Früchte- und Gemüseabteilung der Migros 1998. (Bild: PD)

Ein Blick in die Früchte- und Gemüseabteilung der Migros 1998. (Bild: PD)

Veränderungen gehören dazu

Während das «Zugerland» 1979 mit seiner Grösse als Novum galt, so sind zwischenzeitlich weitere Center in der Nähe entstanden: «Natürlich hat sich das Marktumfeld geändert und wir haben mehr Mitbewerber.» Trotzdem ist er überzeugt, das «Zugerland» habe noch den gleich hohen Stellenwert wie damals. Auch deshalb, weil es zwischenzeitlich einige Veränderungen durchlaufen hat. So wird es beispielsweise ein Teil des Strombedarfes aus den Solaranlagen vom Dach abgedeckt. Zudem ist das Gastronomieangebot gewachsen, eine Entsorgungsstelle ist dazugekommen und kürzlich wurde das Kinderparadies neugebaut. Als Erfolgsfaktoren für das lange Bestehen zählt Philippe Gerber auf: «Alles kann unter einem Dach erledigt werden. Schon damals. Zusätzlich war das Center bereits seit dieser Zeit gut erreichbar.»

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