Park Tower Zug: Hier gibt's eine einmalige Aussicht schon ab 150 Franken

Nach einer Planungsodyssee steht der Gemeinschaftsraum im Park Tower endlich für die Öffentlichkeit bereit.

Fabian Gubser
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Mögliche Nutzungen sind etwa Vorträge, kleine Bankette oder Apéros.

Mögliche Nutzungen sind etwa Vorträge, kleine Bankette oder Apéros.

Bild: Maria Schmid, 18. August 2020

Eigentlich gibt es im Park Tower einen direkten Lift in den Gemeinschaftsraum auf der 24.Etage. Da dieser aber bei der Besichtigung für die Medien kaputt war, führte der Hausdienst über den 23. Stock und eine Treppe zum Ziel. Der Umweg passt symbolisch zur langen Bau- und Planungsodyssee des Gemeinschaftsraums. Nachdem der oberste Stock sechs Jahre lang leer stand, ist er jetzt den Stadtzugerinnen und Stadtzugern zugänglich. Getauft wurde er auf den Namen «Panorama 24» – jener von vier Vorschlägen, der bei einer Umfrage unter der Bevölkerung am meisten Zuspruch erhielt.

Sechs Jahre leer

2009 wird der Bebauungsplan «Foyer» für ein Hochhaus mit Hotel und öffentlicher Nutzung verabschiedet. Doch kurz vor der konkreten Planung wechselt der Eigentümer. Der neue Eigentümer verwirft die Hotelpläne und favorisiert Wohnungen sowie Büros im Park Tower. Dies erschwert die Erschliessung des Raumes im obersten Stock, weshalb der Stadtrat im Jahr 2012 das Angebot für die Abgabe des Nutzungsrechts annehmen will. Durch die zuständige Kommission überzeugt, entscheidet sich der Stadtrat dann doch dazu, den Raum zu behalten. Mittlerweile gehört das hohe Gebäude nämlich rund 50 verschiedenen Stockwerkeigentümern, was den Verkauf des Nutzungsrechts so gut wie unmöglich macht. 2014 werden sich der Bauherr und die Stadt allerdings über das Betriebskonzept nicht einig, woraufhin ein Schiedsgericht der Stadt Zug die Ausübung der Nutzung zuspricht und ein Betriebskonzept festlegt. (ls/gub)

Der erste Eindruck: Wirklich gross ist der Raum nicht, der auf 101 Quadratmeter auch eine knapp ausgestattete Küche von der V-Zug, eine Garderobe und einen Schrank für Tische und Stühle beherbergt. Die Verarbeitung wirkt hochwertig – das verbaute Chriesiholz passt zum Chriesikanton. Woher aus der Schweiz es stammt, konnten die Verantwortlichen kurzfristig nicht herausfinden. Die Wände aus Holz und Spiegeln formen eine Welle, die auf den Zugersee anspielt. Darin eingelassen ist auch ein Multimediabildschirm von monumentaler Grösse. Von der kahlen Decke hängen schalldämpfende Akustikelemente. Auf dem grossen Fenstersims liegen bequeme Kissen, auf denen man sich aber nach dem Absitzen unverweigerlich abdreht, um die Aussicht auszukosten. Diese ist tatsächlich überwältigend. Das Ausbaukonzept stammt übrigens von den Innenarchitekten Andrin Schweizer Company aus Zürich.

625'000 Franken für den Innenausbau

Die Stadtzuger Bauchefin Eliane Birchmeier sagte, sie «freue sich riesig» und sie sei «sehr zufrieden» mit dem Resultat. Trotz Corona habe man den Eröffnungstermin einhalten können. Das stattliche Budget von insgesamt 625'000 Franken aus ­Objektkredit und Zusatzkredit für Schreinerarbeiten sei «gut investiert», findet Birchmeier. Sie betont, dass zuvor nur ein Rohbau vorlag und vor allem die technische Infrastruktur teuer gewesen sei – am meisten habe die Lüftung gekostet.

Auch eine knapp ausgerüstete Küche gehört zum Inventar – allerdings ohne Kochfeld.
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Auch eine knapp ausgerüstete Küche gehört zum Inventar – allerdings ohne Kochfeld.
Der Multimedia-Bildschirm.

Auch eine knapp ausgerüstete Küche gehört zum Inventar – allerdings ohne Kochfeld.

Maria Schmid, Zug 18. August 2020

Ein Kochfeld und eine Musik­anlage sind nicht vorhanden. Auf Anfrage erklärt das Baudeparte­ment: Auf ein Kochfeld habe man bewusst verzichtet, um die Lüftungsanlage nicht zusätzlich zu belasten. Der Raum mit den grossen, raumhohen Fenstern heize sich sehr stark auf. Und gemäss Betriebskonzept seien Anlässe mit Disco- oder Tanzmusik unzulässig. Der Einbau einer Musikanlage habe sich deshalb nicht angeboten.

Nur für Bevölkerung und Vereine der Stadt Zug

Seit wenigen Tagen lässt sich «Panorama 24» über www.stadtzug.ch/saelereservation buchen. Noch ist die Belegung für die nächsten Monate überschaubar. Die günstigere Preiskategorie für Vereine und gemeinnützige Organisationen mit Sitz in der Stadt Zug – sowie die kantonale Verwaltung – beginnt bei 150 Franken für dreieinhalb Stunden. Der maximale Preis für die teurere Preiskategorie, die sich an Firmen und Organisationen mit Sitz in der Stadt richtet, beträgt 600 Franken für einen Tag. Unter der Woche ist der Raum von 9 bis 22 Uhr benutzbar, freitags und samstags bis Mitternacht. Zugelassen sind 50 Personen, empfohlen 30. Neben «kulturellen und gesellschaftlichen Anlässen» lässt sich der 24. Stock gemäss Infobroschüre auch für Trauungen nutzen.