Einrichtungen im Annahof nicht mehr zeitgemäss

Zum Verkauf des Kurhauses Annahof Ägeri. Gery Hartmann, Unterägeri

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Der Stiftungsrat St. Anna hat bereits mehrmals offen und umfassend über seine Pläne orientiert: Verkauf des Grundstücks, auf dem heute das Kurhaus Annahof Ägeri steht, an einen Investor. Mit dem Verkaufserlös soll ein Kurhaus-Neubau neben dem Betagtenzentrum Breiten in Oberägeri finanziert werden. Zum Überbauungsplan auf dem jetzigen St.-Anna-Areal in Unterägeri wird das Stimmvolk noch in diesem Jahr an der Urne Stellung nehmen können.

Ich stelle fest, dass gegen die Pläne des Stiftungsrates vor allem emotionale Diskussionen im Dorf geführt werden, welche an den Tatsachen vorbeigehen: Zum Beispiel das «Argument», es sei den älteren Unterägerern nicht zuzumuten, ihre «alten Tage» in Oberägeri zu verbringen.

Nur 4 Prozent aus Ägerital
Dazu sagt die Statistik aus: In den letzten 5 Jahren hielten sich die Gäste durchschnittlich während 21 Tagen (3 Wochen) im Annahof Ägeri auf. In diesem Zeitraum kamen die rund 500 Kurgäste aus folgenden Gebieten: Ganze 4 Prozent aus dem Ägerital, weitere 13 Prozent aus dem übrigen Kanton Zug (vorwiegend Betagte, die auf einen Platz in einem Pflegeheim warten), rund 25 Prozent aus der übrigen Zentralschweiz, ca. 38 Prozent aus dem Kanton Zürich und die restlichen ca. 20 Prozent aus der übrigen Schweiz.

Ein allfälliger Umzug in ein neues Kurhaus Annahof Ägeri nach Oberägeri betrifft also nur zum kleinsten Teil die älteren Unterägerer. Sie haben die Möglichkeit, ihren Lebensabend im sehr gut ausgebauten Alters- und Pflegeheim Chlösterli in Unterägeri zu verbringen. Eine Umstellung ergibt sich gegebenenfalls für die zahlreichen Annahof-Kurgäste aus der übrigen Schweiz - welche gegen ein neuzeitlich eingerichtetes, modernes Kurhaus in Oberägeri bestimmt kaum Einwände haben. Trotz der guten Auslastung muss festgestellt werden, dass die Einrichtungen im jetzigen Kurhaus Annahof Ägeri keineswegs mehr zeitgemäss sind (WC/Duschen/Balkone - sofern überhaupt vorhanden - sind teilweise nicht rollstuhlgängig). Dringende Investitionen, teilweise auch von den Gesundheitsbehörden vorgeschrieben, würden anstehen.

Tatsache ist - wie der Stiftungsrat ausweist -, dass das Stiftungskapital im Grundstückwert des heutigen Kurhauses Annahof Ägeri liegt, dass aber das Geld für die Betriebskosten und allfällige Investitionen schon jetzt weit gehend oder ganz fehlt. Nur wenn die Stiftung das Areal des heutigen Kurhauses zu einem guten Preis verkaufen kann, erhält sie die finanziellen Mittel, um einen Neubau und den fachgerechten Betrieb eines Kurhauses Annahof Ägeri weiterzuführen. Aber warum in Oberägeri?

Kosten reduzieren
Die Abklärungen des Stiftungsrates haben gezeigt, dass ein Kurhaus-Neubau neben dem Betagtenzentrum Breiten in Oberägeri die jährlichen fixen Betriebskosten um rund die Hälfte, das heisst um rund 250'000 Franken senken würde (etwa bei Verwaltung, Küche, Wäscherei, Nachtdienst, Löhne Pflegedienst usw.). Dabei blieben beide Betriebe, das neue Kurhaus Annahof Ägeri und das Betagtenzentrum Breiten, rechtlich selbstständig. Mit einer klar definierten Zusammenarbeit könnten beidseitig die jährlichen Betriebskosten, wie erwähnt, markant gesenkt werden.

Adelheid hat anderes Konzept

Immer wieder höre ich auch, warum der Stiftungsrat St. Anna nicht eine künftige Lösung zum Beispiel mit der Reha-Klinik Adelheid in Unterägeri suche. Wer die Verhältnisse nur ein wenig kennt, weiss, dass das heutige Adelheid im Vergleich zu einem typischen Kurhaus, wie dem Annahof Ägeri, ein komplett anderes Konzept hat (Rehabilitation mit täglich mehrmaligen Therapien), und zudem sehr gut ausgelastet ist.

Ich hoffe, dass diese Ausführungen zu einer klareren Sicht der Tatsachen führen, und damit dem Plan des Stiftungsrates St. Anna zum Erfolg verhelfen - danke!

Gery Hartmann, Unterägeri