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EINSATZ: Zuger schützen die Grossen

Im Gebirgsinfanteriebataillon 48 dienen viele Zuger. Die Einheit leistet derzeit ihren Wiederholungskurs im Rahmen des WEF. Diese drei Buchstaben spornen die Soldaten zu Höchstleistungen an.
Marco Morosoli
Graziano Regazzoni (links) und Peter Kistler informieren Stephan Schleiss, Beat Villiger und Daniel Thomas Burch über ihre Tätigkeit. (Bild: PD)

Graziano Regazzoni (links) und Peter Kistler informieren Stephan Schleiss, Beat Villiger und Daniel Thomas Burch über ihre Tätigkeit. (Bild: PD)

Marco Morosoli

marco.morosoli@zugerzeitung.ch

So viel ist gewiss: Das Gebirgsinfanteriebataillon 48 (Geb Inf Bat 48) hat seine Fahne am 15. Januar 2017 in Thusis im Kanton Graubünden in Empfang übernommen. Wo genau sich diese Truppe mit dem Zuger Pulverturm als Erkennungszeichen am rechten Oberarm derzeit befindet, ist klassifiziert. Das macht Sinn, denn das Bataillon, dessen Götti der Kanton Zug ist, hat im diesjährigen Wiederholungskurs einen fordernden Auftrag: Objektschutz im Dunstkreis des World Economic Forum (WEF) in Davos, das am Freitagabend mit einer Rede des US-Präsidenten Donald Trump zu Ende geht.

Für Peter Kistler ist diese Aufgabe eine doppelte Ehre. Einerseits führt der Oberstleutnant im Generalstab als gebürtiger Zuger seit 2016 ein Zuger Bataillon. Andererseits stellt die Aufgabe einen militärischen «Ritterschlag» dar. Bei diesem Forum, das die Mächtigen der Erde anzieht, bietet sich für Kistler die Möglichkeit, seine Truppe in einem Einsatz unter realen Bedingungen zu führen. Er sagt: «Ich betrachte den Einsatz als Privileg. Der Druck ist gross. Ich habe eine Chance, die ich packen muss.» Bis jetzt sei alles zur Zufriedenheit der übergeordneten Stellen verlaufen. Kistler gibt aber auch zu, dass er im Vorfeld dieser Prüfung einen Klumpen im Bauch gehabt habe. Letztlich sei aber alles bestens aufgegangen.

Alle sind «top motiviert»

Doch der Kommandant der Zuger Einheit ist sich auch bewusst, dass er ohne seine Truppe die grosse Bewährungsprobe nicht hätte schultern können: «Alle, die da sind, gehen top motiviert zur Sache. Ihre Leistungsbereitschaft ist gross. Das ist in einem normalen Wiederholungskurs nicht immer so.» Trotz bestmöglicher Vorbereitung gäbe es natürlich immer noch Probleme, aber «wir finden immer eine Lösung». So hat es in der Küche an einem Standort der Schweizer Armee – rund ums WEF sind in der ganzen Schweiz gegen 4500 Mann im Einsatz – gebrannt. Die Folge: Die Verpflegung musste von anderswo herbeigeschafft werden. Erfahren haben diese Neuigkeit die Männer des Geb Inf Bat 48 online auf www.cuminaivel.ch . Die Kommunikationsverantwortlichen der WEF-Truppenkommunikation verzichten in diesem Wiederholungskurs zum ersten Mal auf eine gedruckte Truppenzeitung. Das spare Ressourcen und sei bei einem Einsatz wie dem jetzigen optimal, bei dem zwischen den Standorten der Einheiten oftmals weite Wege zurückzulegen sind. Der gefallene Schnee habe die ganze Logistik sonst schon zusätzlich erschwert, dass es Wichtigeres gäbe, als eine Zeitung an den Mann zu bringen. Die Smartphones sind mittlerweile auch längst in der Armee angekommen und immer auf Mann wie in den 1980er-Jahren das Dienstbüchlein. Das spart Gewicht, denn die Soldaten, die im Einsatz sind, haben auch so genug Material für ihren Schutz auf sich.

Kommunikation über geschlossenes System

Die Arbeit des Geb Inf Bat 48 im Felde wird aber nicht nur von höheren Offizieren inspiziert. Am Mittwoch hat sich eine Zuger Delegation vor Ort selber ein Bild gemacht. Die Zuger Abordnung setzt sich zusammen sich aus dem Sicherheitsdirektor Beat Villiger und dessen Generalsekretärin Elisabeth Heer, dem Bildungsdirektor Stephan Schleiss, dem Kreiskommandanten Urs Marti und dem Kantonsratspräsidenten Daniel Thomas Burch. Sie erhielten dabei sogar Einblick in ein Lageverfolgungszentrum. In diesem Raum, einer Art Einsatzzentrale, laufen alle Informationen zusammen. Auch hier hat der Computer längst Einzug gehalten.

Kommuniziert wird über ein sich geschlossenes System und über sichere Leitungen. Ersichtlich sind so auch die Standorte der Objekte, die von der Armee bewacht werden. Sie werden passend in eine Karte hineinprojiziert. Doch sicher ist sicher oder doppelt genäht hält besser. Darum werden auch weiterhin alle relevanten Informationen wie ehedem auf Papier up-to-date gehalten. Dies ist eine Art Rückfallebene, da es sich die Armee nicht leisten kann, bei einem solchen Einsatz wie im Rahmen des WEF blind zu sein. «Man weiss ja nie», sagt Peter Kistler bestimmt.

Göttibatzen wird elektronisch überwiesen

Gefallen dürfte dem Zuger Kommandanten und den rund 250 weiteren Zugern und Zugerinnen in der 900 «Mann» starken Zuger Truppe, was die Besucher hinterher für einen Eindruck mit sich nach Hause genommen haben. Daniel Thomas Burch, der seine Rekrutenschule in der Artillerie absolviert hat, hebt «die gute Moral» hervor. Imponiert hat ihm auch «die gute Organisation». Derweil Beat Villiger sich «beeindruckt» zeigt, wie die verschiedenen Sicherheitsorganisationen rund ums WEF eng und zielführend zusammenarbeiten.

Die Zuger Abordnung ist aber nicht nur mit guten Erinnerungen nach Hause zurückgefahren, sondern hat auch etwas beim Geb Inf Bat 48 deponiert: den obligaten Göttibatzen. Im Gegensatz zu früheren Truppenbesuchen wird dieser Obolus aber nicht mehr in Noten, sondern elektronisch auf ein Konto überwiesen. Dass so die Symbolik der Handlung verloren geht, ist zu bedauern. Aber immerhin ist dieser Betrag des Kantons nicht weggespart worden.

Nächstes Jahr im Raum Walenstadt

Dessen ungeachtet wird der Kommandant des Geb Inf Bat 48 auch 2019 wieder erfreut sein, wenn eine Zuger Abordnung am Behördentag ihre Aufwartung macht. Kistler wird sie wieder in allen Ehren empfangen. Was die Zuger quasi als Beifang noch erfahren: «Das Sicherheitsnetz der Schweizer Armee und der anderen involvierten Kräfte ist wegen des Besuches von Donald Trump nicht wesentlich verändert worden.» Dies verrät Divisionär Lucas Caduff. Ihm ist die Territorialdivision 3 unterstellt. Dazu gehört auch das Geb Inf Bat 48. Caduff entspricht den Vorstellungen, die Zivilisten vom höheren Kader der Armee haben, in keiner Weise. Er überzeugt mit Witz und Schalk. Trotzdem haben seine Worte Gewicht. Es scheint, dass die Armee auch diesbezüglich im Jetzt angekommen ist. Kasernenhofton ist jedenfalls nicht mehr zu hören. Es hat sich wohl auch die Erkenntnis durchgesetzt, dass man nach dem Motto «Nur gemeinsam sind wir stark» besser durchkommt als mit anderen, früher praktizierten Mitteln.

Nach dem WEF mit seiner 24-Stunden-Betriebszeit müssen die Armeeangehörigen das ganze Dispositiv wieder abräumen. Das Zuger Bataillon wird im kommenden Jahr seinen nächsten Wiederholungskurs im Raum Walenstadt SG durchführen.

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