LEserbrief

Einseitigkeit verbittert Republikaner

Zur Berichterstattung über die Vorkommnisse beim Kapitol in Washington

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Ich schätze die «Zuger Zeitung», wegen ihrer ausgewogenen Berichterstattung, sehr. Auch verstehe ich, dass bei den Redaktoren die Emotionen hochkochen, wenn sie derartige inakzeptable Ereignisse gewärtigen. Das darf aber nicht dazu führen, wichtige Faktoren auszublenden oder gar zu leugnen.

Hier einige Beispiele, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Erstens: Die getötete Frau wurde nicht vom Trump-Mob erschossen, sondern von der Polizei. Da sie nichts anderes «verbrochen» hatte als Hausfriedensbruch und eventuell Sachbeschädigung, ist sie genauso Opfer von Polizeigewalt wie die getöteten Farbigen, die Black Lives Matter ins Leben riefen.

Zweitens: 95 Prozent der 80 Millionen republikanischen Wähler, darunter mein in Orlando (Florida) lebender Sohn, sind anständige, rechtschaffene Leute. Nicht einmal die Demokraten behaupten, dass es unter den Republikanern mehr Rechtsbrecher gäbe, als in ihren Reihen.

Drittens: Nachdem nachgewiesen worden war, dass es Wahlbetrüge gab, erklärten die Behörden, diese wären so gering, dass sie das Gesamtresultat nicht verändern würden. Das genaue Volumen dieser Betrüge wurde aber vielerorts nie untersucht.

Viertens: Für die Demokraten ist ein Gericht gut, wenn es Betrugsvorwürfe von Trump abschmettert. Wenn dasselbe Gericht das Verfahren gegen einen Polizisten, der einen einer Straftat verdächtigten Schwarzen erschossen hat, einstellt, dann ist es böse und rassistisch. Dass diese Einseitigkeit viele rechtschaffene Republikaner verbittert, ist nachvollziehbar.

Christian Mächler, Hünenberg