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Kommentar

Einsprachen für das Gefühl

Redaktor Raphael Biermayr über die Wichtigkeit von Einsprachen und über Fremdschämen.
Raphael Biermayr
Bild: stk

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Die Zahl der Einsprachen gegen Baugesuche hat sich in der Stadt Zug mehr als verdoppelt, teilte das Bauamt in der vergangenen Woche mit. Das ist keine Überraschung. Der viel zitierte Siedlungsdruck führt dazu, dass man sich näherkommt – zu nah, wie manche finden. Klar: Handelt es sich um eindeutige Zuwiderhandlungen gegen Vorschriften, wie etwa bei zu geringem Abstand zum Nachbargrundstück oder unerlaubter Gebäudehöhe in dieser Zone, erübrigt sich die Frage nach der Legitimität.

Kniffliger wird’s bei ästhetischen Argumenten gegen geplante Bauten. Und es stellt sich stets die Frage, ob man überhaupt berechtigt ist, Einsprache zu erheben. Ein Klassiker in diesem Zusammenhang ist folgende Frage: Wohnt ein Einsprecher wirklich nah genug, um durch eine geplante Überbauung in seiner Aussicht genügend beeinträchtigt zu sein? Das ist zum Beispiel im prosperierenden Hünenberger Seeteil gegenwärtig ein Thema, wo sich Widerstand gegen die geplante Überbauung Zythus formiert hat.

Es gibt aber auch Einsprachen, die in einem das Gefühl aufsteigen lassen, dass es nicht um eine tatsächliche Störung oder um Angst vor Wertverlust für das eigene Grundstück geht. Sondern deren Ziel einzig und allein darin besteht, dem anderen eins auszuwischen. Das ist – wenn nicht sogar boshaft – zumindest bünzlimässig und lädt zum Fremdschämen ein.

Trotzdem ist es wichtig, dass es die ziemlich einfach wahrzunehmende Einsprachemöglichkeit im Baubereich gibt. Denn auch sie trägt zum schönen Schweizer Gefühl bei, mitbestimmen und sich auch gegen mächtige Gegner wie (einfluss)reiche Bauherren und Baukonzerne wehren zu können. Selbst wenn Einsprachen in der Regel letztlich chancenlos sind.

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