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Schulhaus Oberwil: Einsturzgefahr wird Rechnung getragen

Das 1912 erbaute Schulhaus Oberwil braucht eine Generalüberholung. Der Stadtrat beantragt darum einen Projektierungskredit von 300'000 Franken. Auch die Statik soll überprüft werden, die vor acht Jahren für grosse Aufregung sorgte.
Charly Keiser
Das alte Schulhaus Oberwil. Bild: Screen shot Stadtschulen Zug

Das alte Schulhaus Oberwil. Bild: Screen shot Stadtschulen Zug

Das über 100-jährige Schulhaus Oberwil soll saniert werden. Der Stadtrat beantragt dafür einen Projektierungskredit von 300000 Franken. Damit sollen die Projektunterlagen inklusive Kostenvoranschlag erarbeitet werden. Gemäss der Grobkostenschätzung müssen für die Sanierung rund 3,7 Millionen Franken ausgegeben werden. Die Genauigkeit der Schätzung beträgt allerdings plus-minus 25 Prozent.

Ein wesentlicher Unsicherheitsfaktor könnte in der Statik des Baus von Architekt Emil Weber liegen. Denn die Sicherheit des sich im Inventar der schützenswerten Bauten des Kantons Zug befindlichen Schulhauses sorgte im Februar 2010 für Schlagzeilen.

Statt in Oberwil mussten damals die Schüler nach den Sportferien wegen Einsturzgefahr im Burgbach- und Kirchmattschulhaus die Schulbänke drücken. Der Grund war die Entdeckung einer wachsenden Verformung des Schulzimmerbodens, der seinerseits die Decke des darunterliegenden Zimmers war. Einem Lehrer fiel auf, dass sein Pult immer wieder unterlegt werden musste, damit es waagerecht stand.

Zu geringe Nutzlast

Die Untersuchung brachte Erschreckendes zu Tage: Die Decken waren als sogenannte Tonhourdisdecken konzipiert. Diese haben eine dünne Betonplatte mit Betonrippen, wobei die Räume zwischen den Rippen mit Tonziegelsteinen ausgefüllt sind. Bereits 1903 würde als Norm für Schulräume eine Mindestnutzlast von 300 Kilogramm pro Quadratmeter vorgeschrieben. Doch die statische Nachberechnung von 2010 ergab, dass die Tragsicherheit der Decken bereits für die Eigenlasten knapp nicht erfüllt war. «Die Decken waren demnach seit 1913 überbelastet», sagte Ingenieur Andreas Elmiger vor acht Jahren zur «Zuger Zeitung».

Im März 2010 wurden in alle sechs grossen Klassenzimmerböden des Schulhauses Oberwil Stahlträger eingebaut. Die Kosten für diese Sanierung beliefen sich auf rund 190'000 Franken.

Auch beim nun angedachten Sanierungsprojekt werden die Statik, des Massivbaus und der Holzkonstruktion des Dachs sowie die Erdbebensicherheit überprüft und entsprechende Massnahmen definiert, wie aus der Vorlage des Stadtrats zu entnehmen ist.

«Unumgängliche Gesamtsanierung»

Nach heutigen Erkenntnissen sei eine gesamtheitliche Sanierung, also eine Instandhaltung der Nutzungs- und Gebäudesubstanz des Schulhauses Oberwil, unumgänglich, fasst der Stadtrat zusammen. «Dies, damit das Gebäude den heutigen Anforderungen an beispielsweise Brandschutz, Energie oder Sicherheit gerecht wird und für die nächsten 30 Jahre weiter als Schulhaus genutzt werden kann.» So habe die Heizung mit ihrem Baujahr 1996 das Ende ihrer Lebensdauer erreicht und müsse ersetzt werden. Die bestehende Wasserversorgung ist mindestens 40 Jahre alt, heisst es weiter. «Das Wasser für Kindergarten, Turnhalle und Zivilschutzanlage wird bei der Hauptleitung abgenommen. Es weist, gemäss einer chemischen Analyse, unterschiedliche Qualitäten auf. Teilweise tritt nach längerem Stillstand eine Wasserverfärbung auf.» Auch die Grundinstallationen, Erschliessungen und Anlagen seien am Ende ihrer Lebensdauer angelangt und entsprächen nicht mehr den heutigen Anforderungen und Bedürfnissen betreffend Technik, Normen und Komfort.

«Wir untersuchen das Gebäude als Ganzes», betont Paul Knüsel, Leiter Hochbau, zur Frage nach der Statik: «Insbesondere auch die Erschliessungsflächen, wie das Treppenhaus und andere untergeordnete Räume. Dies, um sicherzustellen, dass die Statik den heute geltenden Normen und Vorschriften entspricht.»

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