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Ein Zuger Wasserballtalent taucht regelmässig in eine eigene Welt ein

Der Zuger Elias Mathis (16) macht in der NLB-Mannschaft von Frosch Ägeri auf sich aufmerksam. Der Centerback wird bald ein besonderes Trainingslager besuchen.
Michael Wyss
Elias Mathis spielt seit fünf Jahren Wasserball. (Bild: Maria Schmid ( Oberaegeri, 18. Januar 2019))

Elias Mathis spielt seit fünf Jahren Wasserball. (Bild: Maria Schmid ( Oberaegeri, 18. Januar 2019))

Elias Mathis ist sichtlich stolz. Anfang Februar wird er in einem Sichtungs-Trainingslager der A-Nationalmannschaft weilen. Der 16-Jährige, der in der Stadt Zug aufwuchs und wohnt, lebt für den Wasserballsport. «Ich spiele seit fünf Jahren und trainiere in der Woche zwischen fünf und sieben Mal, je nach Meisterschaftspartien am Wochenende. Ich könnte mir ein Leben ohne Wasserball nicht mehr vorstellen.» Die Härte, die Dynamik und das Element Wasser faszinierten ihn. Der 191 Zentimeter grosse und 93 Kilogramm schwere Mathis ergänzt: «Auch der Teamgedanke zählt. Ich wollte immer eine Mannschaftssportart ausüben.»

In seiner Freizeit spielt er gerne Basketball oder geht mit Kollegen in den Ausgang. «Die Kameradschaftspflege ist mir sehr wichtig. Ich habe wenig Freizeit, diese nutze ich aber für mein Umfeld.» Wie beschreibt sich Mathis selbst? «Lustig, ehrgeizig, emotional und selbstkritisch. Ich suche die Fehler auch nie bei anderen Mitmenschen. Wichtig ist, dass man zuerst vor der eigenen Haustür kehrt, bevor man Kritik ausübt.»

In Mathis Verwandtschaft wurde bereits Wasserball gespielt. «Mein Grossonkel übte diesen in Krefeld Sport aus. Vermutlich wurde ich einfach auch mit diesem Gen geboren.» Angetrieben und zusätzlich motiviert zu einer sportlichen Aktivität hatte ihn auch sein Vater.

Mathis, der eine Ausbildung zum Fachmann Bewegungs- und Gesundheitsförderung in Baar in einem Fitnesscenter macht, begann im Nachwuchs von Frosch Ägeri. Später wechselte er zum SC Zug, wo er erstmals bei den Aktiven in der 1. Liga spielen und Erfahrungen sammeln konnte. «Die vier Saisons in Zug waren für mich persönlich eine gute und wichtige Zeit für meine Weiterentwicklung», blickt er zurück.

Remis gegen den Tabellenführer

Mittlerweile geht der 16-Jährige, der dem Kader des Schweizer Nationalteams der U17/U19 angehört, wieder für Ägeri auf Torejagd. In der Nationalliga B spielt er seit der laufenden Saison – und das ziemlich erfolgreich. Aktuell liegt Ägeri im zweiten Rang. Zuletzt trennte sich die Mannschaft im Spitzenspiel vom Leader Kreuzlingen II 15:15. Am kommenden Wochenende warten in der NLB-Meisterschaft Tessiner Tage auf die Frösche. Am Freitag gastieren sie in Lugano (20.00), am Samstag treffen sie auswärts auf Bissone (14.30). Den nächste Heimauftritt bestreitet Ägeri am 22. Februar gegen die Schweizer U19-Auswahl (20.30, Ägeribad).

Ägeri teilt sich im Spitzenkampf die Punkte

Das Spitzenspiel zwischen Leader Kreuzlingen II und dem ersten Verfolger Frosch Ägeri hielt, was die Ausgangslage versprach. Ägeri trotzte dem Tabellenersten aus der Ostschweiz in einem spannenden und umkämpften Duell ein 15:15 ab. Damit bleiben die Frösche ein weiteres Mal im Ägeribad ungeschlagen. Die Kreuzlinger reisten als klarer Favorit ins Ägerital. Denn die Ostschweizer dominieren die NLB seit Jahren fast nach Belieben. Die letzten zwei Jahre holte sich das Team vom Bodensee souverän den Titel. Das erste Aufeinandertreffen verloren die Frösche auswärts mit 7:11 knapper als befürchtet.

Das Team von Spielertrainer Gergely Fülöp stellte aber ein weiteres Mal seine sehr gute Form unter Beweis. Von Beginn weg entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Angeführt von einem an diesem Abend mit neun Treffern unwiderstehlichen Kristof Koltai boten die ersatzgeschwächten Frösche – mit Ruedi Hegglin und Yannick Blattmann fehlten zwei Teamstützen – dem Tabellenführer die Stirn.

Bei Spielhälfte lag Ägeri gar mit 8:7 in Front. Gleich zu Beginn des dritten Abschnitts hatten die Frösche dann ihre beste Phase des Spiels. Das Heimteam baute die Führung auf 12:9 aus und roch an der grossen Überraschung. Doch die Ostschweizer hatten etwas dagegen. Mit drei Toren innert nur zwei Minuten glich der Favorit die Partie noch vor der dritten Pause zum 12:12 aus. Die Begegnung blieb hochspannend. Fest entschlossen, den achten Saisonsieg sicherzustellen, legte der Gast gleich nach und erhöhte zu Beginn des vierten Viertels vermeintlich vorentscheidend auf 15:13.

Doch das Heimteam stemmte sich gegen die drohende erste Niederlage im heimischen Becken. 99 Sekunden vor Spielende erhielt Ägeri einen Penalty zugesprochen. Der bis dahin so treffsichere Koltai vorschoss von der 5-Meter-Linie – um nur Sekunden später die zweite Gelegenheit zum Anschlusstreffer zu nutzen. In einer dramatischen Schlussphase gelang Youngster Elias Mathis 34 Sekunden vor dem Schlusspfiff noch der umjubelte 15:15-Ausgleich. (ti/mwy)

Neben seinen Partien für die erste Mannschaft der Bergler wird Mathis auch im U17-Team der Spielgemeinschaft Zug/Ägeri eingesetzt. Gibt es Ziele mit dem Verein, die Mathis erreichen will? «Priorität geniessen bei mir der Plausch und die Freude am Sport. Es ist eine Abwechslung zum Berufsalltag, hier kann ich in eine eigene Welt eintauchen. Je länger wir oben mitmischen können, desto schöner ist das. Dieser Ehrgeiz ist vorhanden.»

«Priorität geniessen bei mir der Plausch und die Freude am Sport.»

Glücklich zeigte sich Elias Mathis auch mit der neuen Heimstätte, dem Ägeribad, das im letzten Herbst eröffnet wurde. «Das ist ein Meilenstein in der Vereinsgeschichte. Wir haben hier ideale Trainingsmöglichkeiten mit acht Bahnen, und für den Meisterschaftsbetrieb ein Bijou beziehen können. Die Infrastruktur ist hervorragend. Zudem sind wir diese Saison im Ägeribad weiterhin ungeschlagen. Es entpuppt sich als Festung», sagt Mathis lachend. Der 16-Jährige erzielte in bisher acht Partien bereits elf Tore in der NLB.

Als Enttäuschungen bezeichnet er jede Niederlage. «Ich verliere gar nicht gerne. Ich trainiere ja unter der Woche und investiere viel Zeit, damit ich am Wochenende in der Meisterschaft gewinne.» Vorbilder habe er keine. «Ich gehe meinen eigenen Weg und versuche mich selbst zu sein.»

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