EINZELRICHTER: Er hat nichts erfahren, muss trotzdem büssen

Ein vermögender Osteuropäer wollte einer Bankangestellten Geheimnisse entlocken. Ohne Erfolg. Bestraft wird er trotzdem.

Drucken
Teilen

Ein nicht alltägliches Urteil – vor allem bezüglich der Höhe der Geldstrafe – hat ein Zuger Einzelrichter gefällt und kürzlich veröffentlicht. Ein Osteuropäer mit einem Vermögen von 200 Millionen Franken und einem jährlichen Einkommen von rund zwei Millionen Franken versuchte vor drei Jahren, einer freigestellten Bankangestellten Geheimnisse über ihren ehemaligen Arbeitgeber zu entlocken.

Busse von 120'000 Franken
Das Vorhaben misslang zwar, doch er wurde vom Richter trotzdem mit einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu 3000 Franken bestraft. Verhält er sich in den kommenden zwei Jahren wohl, muss er diese Summe aber nicht bezahlen.

Was sich der Geschäftsmann zuschulden kommen lassen hat, ist von den Anklagebehörden noch einmal detailliert aufgerollt worden.

Im Verlaufe einer Auseinandersetzung, die er mit einem Chef des bekannten Bankhauses PP auf dem Platz Zürich hatte, wollte der Mann sich einen Vorteil verschaffen. Der Osteuropäer traf sich dazu mit einer ehemaligen Beschäftigten des vorerwähnten Instituts. Er erhoffte sich dabei mit ihrer Hilfe, Angaben über Konten von Manager der Bank PP und dergleichen zu erlangen. Diese Informationen wollte er später für seinen Kampf gegen die Bank PP verwenden. Die Staatsanwaltschaft schrieb dazu in der Überweisungsverfügung: «Dass es zu keiner Geheimnisverletzung kam, ist einzig und allein der Standhaftigkeit der Bankangestellten zuzurechnen.»

Marco Morosoli

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Zuger Zeitung.