EINZELRICHTER: Freispruch trotz gefälschter Identitätskarte

Ein Iraker soll geheiratet haben, um hier bleiben zu können. An der Verhandlung zeigte sich, dass ihm keine Ausweisung gedroht hätte.

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Um im Frühjahr 2005 eine Schweizerin zu heiraten, legte ein 30-jähriger irakischer Asylbewerber der zuständigen Zivilstandsbehörde eine ID vor. Diese war ihm von seinem Bruder im irakischen Kurdistan geschickt worden. Weder das örtliche noch das kantonale Zivilstandsamt merkten, dass die Identitätskarte gefälscht war. In der Folge erhielt er sogar einen Pass.

Für Einzelrichter Marc Siegwart war es trotzdem eine plumpe Fälschung, wie die Kriminaltechnik der Zuger Polizei im Dezember 2008 herausfand. So wurde die Formularnummer mittels Flachdruck und nicht mit einem Nummerierwerk (Hochdruck) angebracht. Und vor allem: Im Wappenkreis stellte man einen Schreibfehler fest: Miniatry statt Ministry.

Der Einzelrichter sprach den Beschuldigten von Schuld und Strafe frei und gewährte ihm eine Umtriebsentschädigung von 200 Franken. 

Jürg J. Aregger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Zuger Zeitung.