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EISHOCKEY: EVZ-Bande im Belastungstest

Um die Spieler besser vor Verletzungen zu schützen, hat der EV Zug auf die laufende Saison hin neue, flexiblere Banden installiert. Am Montag wurden diese von einem Expertenteam mit Hightech-Geräten und einem lauten Knall getestet.
Livio Brandenberg
Die Forscher der Beratungsstelle für Unfallverhütung und der Arbeitsgemeinschaft für Unfallmechanik bringen das Testpendel in Position. (Bilder: Stefan Kaiser (Zug, 26. Februar 2018))

Die Forscher der Beratungsstelle für Unfallverhütung und der Arbeitsgemeinschaft für Unfallmechanik bringen das Testpendel in Position. (Bilder: Stefan Kaiser (Zug, 26. Februar 2018))

Livio Brandenberg

livio.brandenberg@zugerzeitung.ch

Obwohl die Playoffs erst in eineinhalb Wochen beginnen, knallte es am Montag an der Bande des EV Zug. In die Eisfeldbegrenzung krachte jedoch kein Spieler auf Kufen, sondern ein grosses Pendel mit Sensoren. Denn die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) testete am Montagmittag zusammen mit Arbeitsgruppe für Unfallmechanik (AGU) Zürich die seit dieser Saison montierte Bande in der Bossard Arena.

Ab der kommenden Hockey-Saison 2018/2019 muss in allen Stadien der National League A und B mit sogenannten «belastungsreduzierenden Banden» gespielt werden (siehe Box). Der EVZ hat ein solches Bandensystem, das zu deutlich weniger Verletzungen führen soll, bereits auf die laufende Saison hin installiert – auf eigene Kosten. Rund 250000 Franken verschlingt eine solche «Sicherheitsbande».

Vor allem Schultern und Kopf sind gefährdet

Man habe auch schon damals bei der Eröffnung der Bossard Arena vor acht Jahren «die beste Bande installiert, die es nach dem Wissensstand, den man zu der Zeit hatte, gab», sagte EVZ-CEO Patrick Lengwiler gestern. Neben Zug haben auch die Klubs in Davos, Bern, Lausanne, Biel und Lugano bereits die neuen Banden montiert. Während der EVZ in der Schweiz also zu den Vorreitern gehört, so hinkt die Schweizer Liga bei den Banden im internationalen Vergleich hinterher: Die modernen, flexiblen Systeme sind in der nordamerikanischen National Hockey League (NHL) schon seit Jahren Usus und haben sich auch in Europa, etwa in Schweden und Finnland, schon durchgesetzt. Weil die Banden im unteren wie auch im oberen Bereich aus Glas nachgeben, «federn» sie einen Teil der Kräfte, die bei harten Checks an der Bande auf einen Spieler einwirken, ab. Statt wie bisher starres Sicherheitsglas wird neu Acryl verwendet. Zudem ist der sogenannte «Handlauf», also der Rand auf der Höhe, wo Bande und Glas aufeinandertreffen, deutlich weniger breit, abgerundet und weicher.

Gestern nun wurde das eingangs erwähnte trommelförmige Pendel – laut Markus Muser, Inhaber der AGU Zürich, eine neue Konstruktion – von einem Gabelstapler in die Höhe gezogen. Ein zweiter Stapler brachte das Messgerät gleich vor der Herti-Nordkurve in Position. Nachdem ein AGU-Forscher die Schnur durchgeschnitten hatte, krachte das Pendel mehrere Male mit voller Wucht und einem Knall in die Bande. Diese vibrierte jeweils noch einige Sekunden nach dem Aufprall, bis zu den Spielerbänken. Auch in der Bande waren am Ort des Aufpralls Sensoren installiert. Gemessen wird unter anderem, wie stark die Bande nachgibt. Gemäss Muser ist mehr Bewegung nicht automatisch besser, sondern es komme darauf an, dass das Material den Aufprall dämpft, «also wie viel Energie abgebaut wird». Laut Muser und den Verantwortlichen der BfU müssen vor allem die Oberkörperregion – etwa die Schultern – und der Kopf besser geschützt werden. Ein Stichwort sind Gehirnerschütterungen. Denn bei einem Check wirkt rund das drei- bis vierfache des Körpergewichts auf eine Körperstelle. Da spiele es eine grosse Rolle, wie die Bande reagiert, so Muser. Dies bestätigte auch EVZ-Stürmer Reto Suri. Für ihn sind die neuen Banden «ein grosser Fortschritt». Vor allem auch, dass diese nur noch maximal 1.10 Meter hoch sein dürfen, reduziere das Verletzungsrisiko, da dadurch ein grösserer Teil des Körpers den oberen, flexibleren Plexiglasteil treffe.

Eine Ende 2016 durchgeführte BfU-Studie hat gezeigt, dass belastungsreduzierende Banden besser abschnitten als die alte Referenzbande, was Verletzungsprävention betrifft. Aus den jetzigen Tests könne man noch keine Ergebnisse bekannt geben, so Muser. Der Computer müsse jetzt zuerst noch die Zahlen ausrechnen. Die Resultate werde man in ein paar Wochen veröffentlichen. Er sei aber überzeugt, «dass die flexibleren Banden helfen, die Spieler besser zu schützen».

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