EISHOCKEY: Hockey-WM: Lausanne im Vorteil gegenüber Zug

Die Pläne für eine nächste Eishockey-WM in der Schweiz stehen. Swiss Ice Hockey hat die Kandidatur für die Titelkämpfe 2020 mit dem Hauptspielort Zürich beim Weltverband IIHF eingereicht. Ob auch in Zug gespielt wird, ist noch unklar.

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In der Schweiz soll in fünf Jahren wieder WM-Fieber herrschen (Bild: Keystone)

In der Schweiz soll in fünf Jahren wieder WM-Fieber herrschen (Bild: Keystone)

Ob die Schweiz den Zuschlag erhält, entscheidet sich diesen Mai am IIHF-Kongress am Rand der Titelkämpfe in Prag. Die Chancen, dass elf Jahre nach dem Turnier in Bern und Kloten sowie zum insgesamt elften Mal wieder eine A-WM in der Schweiz stattfindet, stehen ausgezeichnet. Andere Kandidaten oder ernsthafte Interessenten gibt es für 2020 bis zum aktuellen Zeitpunkt nicht.

Dass Swiss Ice Hockey wieder mit einer WM-Durchführung liebäugelt, war schon länger klar. Im Raum hatte bisher auch eine Kandidatur für 2019 gestanden. Für diese WM interessierte sich jedoch auch der slowakische Verband. Zusammen mit dem WM-Gastgeber von 2011 einigten sich sich die verantwortlichen einvernehmlich darauf, dass die Slowakei für 2019 und die Schweiz für das Jahr danach eine Kandidatur einreicht.

Hallenstadion mit besserer Infrastruktur

Dass der Schweizer Verband mit dem Hallenstadion als zentralem Spielort und nicht wie 2009 mit der grösseren PostFinance-Arena in Bern kandidiert, kommt nicht überraschend. «Es gibt in der Schweiz mit Bern und Zürich grundsätzlich nur zwei Stadien, die anhand ihrer Grösse überhaupt als Hauptspielort in Frage kommen», so Peter Lüthi, der bei Swiss Ice Hockey als «Head of International Projects» für die WM-Kandidatur zuständig ist. Bern sei das letzte Mal an der Reihe gewesen. «Und Zürich weist derzeit die bessere Infrastruktur auf», begründete der langjährige Eishockey-Funktionär die Wahl für das multifunktionale Heimstadion der ZSC Lions.

«In Bern müssten wir wie 2009 sehr viel Infrastruktur dazu bauen. Das ist Geld, das letztlich dem Schweizer Eishockey fehlen wird», so Peter Lüthi weiter. Vor fünf Jahren mussten die Organisatoren in der damals frisch renovierten Berner Arena unter anderem zahlreiche Garderoben in eine unterirdische Zivilschutzanlage verlegen sowie den VIP-Bereich und das Medienzentrum in das benachbarte Messegelände auslagern. Nicht zu vergessen sei die Hotel-Situation, so Lüthi, die in Zürich wesentlich besser sei als in Bern. Zürich (ohne Kloten 2009) war wie Bern bisher dreimal WM-Gastgeber: 1939, 1953 und 1998.

Lausanne im Vorteil gegenüber Zug

Bei den beiden noch im Rennen stehenden Zweitspielorten hat Lausanne die besseren Karten. Kann der dort geplante Stadion-Neubau bis 2018 oder 2019 realisiert werden, wird die WM zum zweiten Mal nach 1961 auch in der Westschweizer Metropole stattfinden. «Eishockey hat in der Romandie eine sehr hohe Bedeutung, insofern hat die Region eine WM auch verdient», sagte Lüthi zu den sportpolitischen Überlegungen. Die Westschweiz kam letztmals 1990 zum Zug, als Freiburg (neben Bern) als Zweitspielort fungierte.

Kann das neue Stadion in Lausanne nicht rechtzeitig gebaut werden, dann stünde mit Zug ein mehr als nur würdiger «Ersatz» bereit. «Die neue Arena in Zug ist auch 2020 noch modern», so Lüthi. In der Innerschweiz (Zug und Luzern) findet in diesem Frühling bereits die U18-WM statt. Lüthi hofft, dass hinsichtlich des zweiten WM-Spielorts bis zum Kongress in Prag alles klar ist. «Wenn nicht, dann werden wir versuchen, den Entscheid 'Lausanne oder Zug' noch etwas hinauszuzögern.»

Zwei WM-Vergaben im Mai

Vorgesehen ist, dass Swiss Ice Hockey die WM wie 2009 zusammen mit der internationalen Vermarktungsagentur Infront Sports & Media AG im Rahmen eines «Joint Ventures» umsetzt. Infront ist seit Jahren auch der Haupt-Vermarktungspartner des internationalen Eishockey-Verbandes.

Vergeben hat die IIHF die Titelkämpfe bisher bis 2018. Nach Tschechien (mit Prag und Ostrava) in diesem Frühling kommen der Reihe nach Russland (Moskau, St. Petersburg), Deutschland/Frankreich (Köln, Paris) und Dänemark (Kopenhagen, Herning) zum Zug. Auf (den gut geheissenen) Antrag des Schweizer Verbandes wird der Kongress voraussichtlich am 14./15. Mai nun nicht nur die WM 2019, sondern auch bereits jene für 2020 vergeben.

(SDA\/smh x)

(Si)

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