Eishockey ohne Checks geht zur Not doch: Wie der EVZ-Nachwuchs mit der Pandemie umgeht

Vor und in der Bossard-Arena gelten harte Corona-Regeln. Alle machen das Beste daraus.

Marco Morosoli
Drucken
Teilen
Ein Bild aus besseren Zeiten: Der Skateathon 2018.

Ein Bild aus besseren Zeiten: Der Skateathon 2018.

Bild: PD/EV Zug

Auf der Homepage der Bossard-Arena (www.bossard-arena.ch) bekommt jeder den totalen Durchblick, was in und um die Zuger Sportstätte los ist. Dumm ist nur: Es fehlen die Menschen oder besser die Spieler. Wegen der Coronavirus-Pandemie ruht im Amateur- wie auch im Nachwuchsbereich der Meisterschaftsbetrieb. Einzig bei Professionals, den Elit-U17- und den Elit-U20-Teams gelten andere Regeln.

Auch das allseits sehr beliebte «Chneblen» liegt derzeit sprichwörtlich auf Eis. Das ist bei klubungebundenen Eisläufern eine gute Gelegenheit, sich mal wie ein EVZ-Spieler zu fühlen. Immerhin noch erlaubt ist der freie Eislauf, wie Daniel Wiederkehr erklärt. Er ist seit dem 1. Januar 2020 Geschäftsführer der Kunsteisbahn Zug AG. Doch auch da gilt die vom Bundesrat vor etwas mehr als einer Woche verfügte Obergrenze von 50 Eisläufern, die sich gleichzeitig auf dem Eis tummeln dürfen. Es liegt in der Natur des Eislaufens, dass die Abstände einzuhalten sozusagen ein Ding der Unmöglichkeit ist. Deshalb gilt auch hier die Pflicht, eine Mund- und Nasenbedeckung zu tragen. «Wir kontrollieren, ob sich unsere Besucher an diese Regel halten», betont Daniel Wiederkehr.

Der EVZ-Skateathon unter anderen Vorzeichen

Seit Jahren gehört der Skateathon des EVZ-Nachwuchses zur Agenda der Zentralschweizer. Es gibt ihn auch im Jahre des Coronavirus, aber in einer Art, die wohl alle Beteiligten als einmalige Angelegenheit ansehen.

«Der Skateathon findet am Freitagabend unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt», sagt Andreas Tresch. Er ist beim EVZ Leiter Sport-Operations. Auch die Festwirtschaft fällt der Pandemie zum Opfer. Mit dem Minimalprogramm dürfte wenigstens wieder einmal etwas Geld in die Vereinskasse fliessen. Ein Vorgang, der beim EVZ derzeit Seltenheitswert hat.

Der Kenner des EVZ-Nachwuchses verteidigt den Entscheid, den Skateathon durchzuführen. In der gegenwärtig tristen Lage mag er auch nicht jammern. Es heisse jetzt «Kopf nach oben» und aus der «gegenwärtigen Situation das Beste zu machen», lässt sich Tresch zitieren. Selbst jetzt gelte es «vorsichtig immer weiter vorwärts zu gehen». So könnten wohl derzeit im Nachwuchsbereich – mit den erwähnten Ausnahmen – keine Meisterschaftsspiele stattfinden. Es bleibe aber die Möglichkeit mit jeweils höchstens 15 jungen Spielern ein Training durchzuziehen. Einfach ohne Körperkontakt. Schlittschuhlaufen und Übungen mit integriertem Puck-Passspiel seien auch möglich. Wer glaubt, dass die Profis unter den EVZ-Nachwuchstrainern in der Pandemie-Zeit die Beine hochlagern, der irrt, wie Andreas Tresch erklärt: «Immer mehr Miliztrainer müssen aus Selbstschutz passen, und die Sicherheitsvorgaben erfordern Mehrarbeit.»

Bei den Plauschteams geht nichts mehr

Der Meisterschaftsbetrieb ruht auch in den unteren Aktivliegen. «Bei uns gibt es derzeit auch kein Training», sagt Harry Amsler. Er ist TK-Chef des HC Zugerland, der in der 3. Liga spielt. Auch in der Zentralschweizer Liga, in der viele Zuger Plauschteams spielen, geht derzeit wegen des Coronavirus nichts mehr. Beim HC Zugerland gibt es Bestrebungen, wieder auf dem Eis zu trainieren. Der langjährige EVZ-Nachwuchschef Tresch sagt trotzig: «Wir müssen positiv bleiben. Alles kommt wieder gut.»