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EISHOCKEY: Zuger Power im Aargau

Die Olympiasaison der Swiss Women’s Hockey League A findet ohne Zentralschweizer Teams statt, nicht aber ohne Zentralschweizerinnen. In Reinach ist eine starke Fraktion herangewachsen.

Nach vier Jahren in der amerikanischen Universitätsliga, im Team der University of Minnesota-Duluth, ist die Luzernerin Lara Stalder, zurzeit die beste Schweizer Feldspielerin, nach Schweden weitergezogen. Sie spielt neu für Linköping, den Club von Nati-Hüterin Florence Schelling.

Das andere Aushängeschild des Innerschweizer Frauenhockeys, die Zugerin Daniela Diaz, hat längst die Fronten gewechselt und eine erfolgreiche Trainerkarriere eingeschlagen. Seit Dezember 2015 führt sie nach sechs titelreichen Jahren als Trainerin der ZSC Lions das Schweizer Nationalteam. Im Sog der beiden Ausnahmekönnerinnen sind in den letzten Jahren – vor allem in Seewen und in Hochdorf – einige Talente gereift, von denen die einen bereits im Nationalteam zum Einsatz kommen, die andern in den Nachwuchsauswahlen U14, U16 und U18 stehen. Fast alle spielen in der obersten Frauenliga, im Aargauer Oberwynental, beim SC Reinach.

Hauptrollen für ehemalige Sebnerinnen

Neu im Team der Reinacherinnen sind die beiden Nati-Spielerinnen Rahel Enzler und Noemi Ryhner, ihre zweite Saison im Aargau spielt Vanessa Bolinger. Alle drei stammen aus den Zuger und Seewener Nachwuchsabteilungen. Während sich Ryhner nach einem Kreuzbandriss im Mai in der Rehabilitation befindet und wohl frühestens im Dezember aufs Eis zurückkehren kann, wollen Bolinger und Enzler nicht nur in Reinach angreifen: Die 19-jährige Torhüterin Bolinger versucht ihr Glück zusätzlich im Elite-B-Team des EHC Chur, die 17-jährige Stürmerin Enzler spielt im Novizen-Elite-Team der Rapperswil-Jona Lakers. Die Nationaltrainerin Daniela Diaz «zwingt» ihre Kaderspielerinnen zu Einsätzen in der Frauen-Meisterschaft, um sich mit Blick auf die Olympischen Spiele im Februar 2018 an die besonderen Gegebenheiten des Frauenhockeys zu gewöhnen. Im ersten Spiel unterlag Reinach dem Team von Bomo Thun 3:4, Enzler steuerte zwei Assists für ihr Team bei.

Mit der 17-jährigen Oona Emmenegger steht eine weitere Innerschweizer Nationalspielerin im Reinacher Kader. Die junge Stürmerin aus Rain bringt bereits reichlich internationale Erfahrung mit (Bronzemedaille an den Youth Olympic Games 2016 in Lillehammer, zwei U18-Weltmeisterschaften). Sie steht – wie die 20-jährige Sabrina Müller aus Küssnacht – vor ihrer dritten Saison in Reinach. Wie Emmenegger stammt auch Mara Frey (2002, Hochdorf) aus dem Nachwuchs des HC Seetal, der sich als echter Förderer von jungen Spielerinnen in der Region profiliert. Die Engelbergerin Luisa Waser (2003), die Krienser Torhüterin Sara Kobza (2001) und die ehemalige Nati-Verteidigerin Nadine Hofstetter (1994, Küssnacht) komplettieren die starke Innerschweizer Achse im Aargauer Team.

ZSC Lions und Lugano sind die Favoriten

Reinach wird in der Swiss Women’s Hockey League A kaum um den Titel mitspielen, hat sich aber nach zwei schwierigen Saisons und einem Neuaufbau klar verstärkt. Seit neun Jahren oder der Saison 2008/09 hat kein anderes Team den Titel geholt als der amtierende Meister ZSC Lions (fünf Titel) und Vizemeister Lugano (vier Titel). Diese beiden Teams sind denn auch die erklärten Favoriten auf einen erneuten Titelgewinn in Meisterschaft und Cup.

Zum ersten Herausforderer dürfte Bomo Thun, letzte Saison mit je einer Bronzemedaille in Meisterschaft und Cup die klare dritte Kraft, werden. Neben Reinach wollen auch das bisher auf letzte Plätze abonnierte Weinfelden sowie der Bronzemedaillengewinner von 2016, Neuenburg, im Kampf um die vier Playoff-Plätze ein Wörtchen mitreden.

Daniel Monnin

regionalsport@luzernerzeitung.ch

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