Energie: Fördergelder aus dem Zuger Gebäudeprogramm sind beliebt

Seit einigen Jahren erhalten Eigentümer, die etwa die Gebäudehülle energetisch sanieren, Geld aus dem kantonalen Gebäudeprogramm. Die Nachfrage ist hoch.

Andrea Muff
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Wer im Kanton Zug sein Gebäude auf energetische Schwachstellen prüft, kann etwa bei einer Sanierung der Gebäudehülle von Fördergeldern aus dem Gebäudeprogramm profitieren. Die Nachfrage nach der finanziellen Unterstützung ist in Zug seit längerem hoch. So wurde das letztjährige Budget von 1,6 Millionen Franken nicht nur ausgeschöpft, sondern ein Teil der Gesuche konnte gar erst in diesem Jahr zugesichert werden, teilte die Baudirektion im Februar mit. Finanziert wird das Programm mit dem Geld aus der CO2-Abgabe des Bundes auf fossile Brennstoffe. Auch dieses Jahr wurde der kantonale Topf wiederum um rund den gleichen Betrag gefüllt.

Und das Gebäudeprogramm bleibt beliebt. Die Leiterin der Energiefachstelle, Beatrice Bochsler, bestätigt:

«Per Mitte Jahr konnten bereits rund 1,2 Millionen Franken Fördergelder zugesichert werden und laufend treffen neue Gesuche ein.»

Wann das Budget aber ausgeschöpft sein werde, sei schwierig vorauszusagen. «Das hängt weniger von der Anzahl Gesuche ab, als vielmehr von der Art der Projekte. Je grösser die Liegenschaft und je umfangreicher die Sanierung, desto höher sind natürlich auch die Förderbeiträge.» Sie räumt ein, dass im Hinblick auf eine mögliche baldige Ausschöpfung des Budgets verschiedene Optionen geprüft werden. «Es ist der Baudirektion ein grosses Anliegen, dass die Planungssicherheit gewährleistet ist und möglichst alle Gesuche fristgerecht zugesichert werden können», fügt sie an.

2019 gingen insgesamt 147 Gesuche ein

Der jährlich vom Bund ausgegebene Globalbetrag richtet sich nach der Einwohnerzahl. Die Kantone haben die Möglichkeit, zusätzliches Geld zu erhalten, wenn sie selber finanzielle Mittel ins Gebäudeprogramm einschiessen. Dies im Verhältnis von eins zu zwei. Das heisst: Stellt ein Kanton beispielsweise zusätzlich 100000 Franken zur Verfügung, erhält er vom Bund weitere 200000 Franken. «Der Kanton Zug stellt bisher keine zusätzlichen Mittel zur Verfügung, entsprechende Überlegungen werden aber im Rahmen des Budgets 2021 gemacht», weiss Bochsler.

Im vergangenen Jahr sei der Grossteil der Beiträge in die Wärmedämmung geflossen. Insgesamt gingen 147 Gesuche ein, 81 davon betrafen die erwähnte Wärmedämmung. In diesem Jahr sind es bereits rund 60. Die Sanierung der Gebäudehülle wird vom Kanton mit 60 Franken pro Quadratmeter der sanierten Fläche unterstützt. Dieser Betrag ist im schweizweiten Vergleich relativ hoch. Beatrice Bochsler erklärt: «Das weitaus grösste Potenzial für die Verbesserung der Energieeffizienz und die Reduktion der CO2-Emissionen liegt im bestehenden Gebäudepark. Hier sind die Fördergelder gut investiert. Entsprechend richtet der Kanton Zug nur Beiträge für die Wärmedämmungen aus, wenn das Gebäude vor 2000 erstellt wurde.»

Bis anhin nur wenige Beratungen

Neben der Wärmedämmung leistet der Kanton auch Beiträge an Minergie-Sanierungen. Zudem unterstützt er den «GEAK Plus», ein Gebäudeausweis der Kantone. «Immer mehr Hausbesitzer nutzen diese Planungshilfe», weiss Bochsler und erklärt, dass der «GEAK Plus» analog zur Energiekette, wie man sie etwa für Kühlschränke und Autos kenne, die Energieeffizienz eines Gebäudes aufzeige: aufgeteilt in die Klassen A (sehr energieeffizient) bis G (wenig energieeffizient). «Darüber hinaus bietet er eine umfassende Standortbestimmung zum energetischen Zustand einer Liegenschaft, zeigt verschiedene Sanierungsvarianten auf und schätzt deren Wirtschaftlichkeit ab», sagt Bochsler weiter. Der Kanton Zug unterstützt den «GEAK Plus» mit pauschal 1500 Franken.

Ein weiterer Schwerpunkt des Kantons liege auf der Beratung, so die Energiefachstellenleiterin. So würden drei Viertel der Gebäude im Kanton noch immer fossil, das heisst mit Öl oder Gas beheizt. Das Ziel: Im Interesse des Klimaschutzes diese Heizungen durch erneuerbare Systeme ersetzen.

Dafür wird die «Impulsberatung erneuerbar heizen» neu mit pauschal 350 Franken aus der Fördergelderkasse unterstützt. Teil dieser Beratung ist, dass eine Fachperson vor Ort die Situation analysiert und erneuerbare Alternativen beurteilt. «Die schnelle und unkomplizierte Beratung vor Ort ist eine Stärke der Impulsberatungen. Sie können unter Einhaltungen der Hygienemassnahmen auch in der jetzigen Situation stattfinden», teilt Bochsler mit. Bisher seien nur wenige Beratungen in Anspruch genommen worden. «Wir hoffen, dass, sobald sich die Situation normalisiert, vermehrt Bauherrschaften von diesem Angebot Gebrauch machen.»

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