ENERGIEVERBRAUCH: «Die 2000-Watt-Gesellschaft ist eine Vision»

Die Zuger Regierung will zwar beim Energiesparen vorwärtsmachen. Doch von allzu vielen Vorschriften hält sie nichts.

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Beispiel Energiehaushalt: Bernhard Holenstein in der Seewasser-Wärmepumpen-Anlage in Oberwil vor einem Jahr. (Bild Christoph Borner-Keller)

Beispiel Energiehaushalt: Bernhard Holenstein in der Seewasser-Wärmepumpen-Anlage in Oberwil vor einem Jahr. (Bild Christoph Borner-Keller)

«Energiepolitische Tagesthemen ändern sehr schnell.» Der Regierungsrat will daher nicht alles gleich umsetzen, was in parlamentarischen Vorstössen verlangt wird. Denn nicht weniger als fünf Eingaben wurden in den letzten neun Monaten eingereicht.

«Werthaltige Architektur mit ökologischen Vorteilen verbinden»
Global denken und lokal handeln, das will die Regierung schon: «Wenn ein Handlungsziel gemeinhin als richtig erkannt wird, hängt seine Gültigkeit nicht von der Gebietsgrösse ab», heisst es in der Antwort des Regierungsrats, in dem Baudirektor Heinz Tännler als Energieminister fungiert.

«Wer investiert, wer plant und baut, ist im Kanton Zug in der Regel wohl mit seinem Wissen als auch finanziell in der Lage, werthaltige Architektur mit ökologischen Vorteilen zu verbinden.» Der gesetzliche Mindeststandard werde selbst nach einer Verschärfung, wie sich nun abzeichne, «gut erreichbar» sein.

Dies sind die Vorstösse und Eingaben und die Stellungnahme der Regierung:

  • Minergie: Die Motion von fünf SP-Ratsmitgliedern mit Christina Bürgi Dellsperger an der Spitze verlangt den Minergie-Standard bei Neubauten. Der Regierungsrat will sie nicht erheblich erklären lassen. «Der Minergie-Standard kann nicht zum Gesetz gemacht werden, weil die zwangsweise Be- und Entlüftung von Räumen nicht überall nötig ist, um gute Verbrauchswerte zu erzielen.»
  • Gebäude-Energienutzung: Auch diese Motion, die von der CVP-Fraktion eingereicht worden war, soll nicht erheblich erklärt werden. Sie hatte die Förderung erneuerbarer Energien und der effizienten Energienutzung bei Gebäuden gefordert. Gemeint sind Sonnenkollektoren und Photovoltaik.
  • Kantonale Bauten: Als einziger Vorstoss soll das Postulat von Christina Bürgi Dellsperger erheblich erklärt werden, welche energiesparende Massnahmen bei kantonalen Gebäuden und Anlagen verlangt. 
  • 2000-Watt-Gesellschaft: Der Regierungsrat beantwortet die Interpellation der Alternativen und hält darin fest: «Die 2000-Watt-Gesellschaft ist eine Vision und nicht ein fixes Ziel.» Diese Zahl war laut Regierung 1960 real, jetzt seien es 5000 Watt.
  • Neu- und Umbauten: Die Grünliberalen forderten den Minergie-Standard, oder wenigstens deren Primäranforderungen sollen für Neu- und Umbauten gelten. Die Regierung sagt Nein dazu.

Karl Etter

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Zuger Zeitung.