ENNETSEE: Cham und Risch verlieren Verteilzentren

Die Post konzentriert sich bei den sogenannten Zustellstellen für Briefe auf einen Standort. Künftig wird die Post nur noch in Hünenberg gesammelt.

Raphael Biermayr
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In dieser Halle im Industriegebiet Bösch will die Post ab April aktiv sein. Bild: Werner Schelbert (14. Dezember 2016)

In dieser Halle im Industriegebiet Bösch will die Post ab April aktiv sein. Bild: Werner Schelbert (14. Dezember 2016)

Heute verhält es sich folgendermassen: Wenn in einer der drei Ennetseegemeinden ein Brief zum Versand aufgegeben wird, wird er zuerst in die sogenannte Zustellstelle der jeweiligen Gemeinde, dann in eines der grossen Briefzentren (üblicherweise nach Härkingen) und anschliessend wieder in eine Zustellstelle transportiert, bevor der Briefträger ihn an den Adressaten ausliefert. Dieser Weg wird in Cham, Hünenberg und Risch ab April 2017 abgewandelt: Statt einer Zustellstelle in jeder Gemeinde wird es nur noch eine geben, wo die Briefe aller drei Gemeinden gesammelt werden. Diese Stelle soll in einer rund 950 Quadratmeter grossen Halle im Industriegebiet Bösch liegen, ein entsprechendes Baugesuch der Post liegt gegenwärtig im Gemeindehaus Hünenberg auf. Die Einsprachefrist läuft noch bis zum 21. Dezember.

Diese Konzentration hat einen einfachen Grund: Im digitalen Zeitalter werden immer weniger Briefe verschickt. Das bestätigt Jacqueline Bühlmann, eine Mediensprecherin der Post, auf Anfrage. Zahlen, um wie viel der Briefversand in der Region Ennetsee oder im Kanton Zug in den letzten Jahren eingebrochen ist, lägen nicht vor. Schweizweit bewege sich der Rückgang jährlich bei 1 bis 2 Prozent.

Welche Konsequenzen zeitigt die geplante Reduktion von drei auf eine Zustellstelle? Gemäss der Mediensprecherin Bühlmann habe sie «keinen Stellenabbau» zur Folge. Neben den drei erwähnten Gemeinden gibt es heute in Baar, Menzingen und Unterägeri drei Sammelstellen für Briefe. Diese sollen «Stand heute» nicht zusammengelegt werden, so Bühlmann, um zu ergänzen: «Das Postnetz wird jedoch aufgrund der sich wandelnden Kundenbedürfnissen laufend optimiert.» Beruhigend: Auch wenn der zum Versand aufgegebene Brief künftig einen anderen Weg vom Absender zum Adressaten nehmen wird – für die Kunden solle sich durch die Konzentration der Zustellstellen im Ennetsee nichts ändern.

Raphael Biermayr
raphael.biermayr@zugerzeitung.ch