Ennetsee
Rotkreuz hat wieder einen Veloladen

Im ehemaligen Landi-Gebäude hat Fabian Müller Anfang Jahr das Geschäft Hilltop Cycles eröffnet. Geplant ist, dass er 2023 in einen Neubau auf dem Chäsimatt-Areal umziehen kann.

Rahel Hug
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Blick in das Verkaufsgeschäft Hilltop Cycles von Fabian Müller.

Blick in das Verkaufsgeschäft Hilltop Cycles von Fabian Müller.

Bild: Matthias Jurt (Rotkreuz, 4. März 2021)

Für eine Reparatur oder ein neues Zweirad mussten Einwohnerinnen und Einwohner aus Rotkreuz bislang auf eine andere Gemeinde ausweichen: Im Ort fehlte ein Veloladen mit Werkstatt. Das hat sich Anfang Jahr geändert. Im alten Chäsi-Gebäude in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof, wo sich früher die Landi befand, hat Anfang Jahr das Velogeschäft Hilltop Cycles eröffnet.

Der Kopf dahinter ist der 40-jährige Fabian Müller. «In Rotkreuz ein eigenes Velogeschäft zu eröffnen, war schon immer ein Traum von mir», erzählt der zweifache Vater, der im Luzernischen Honau wohnt. Er habe lange nach einem geeigneten und bezahlbaren Lokal gesucht, was sich nicht ganz einfach gestaltet habe. Fündig wurde der Velobegeisterte schliesslich bei der Rotkreuzhof Immobilien AG, die auf dem Chäsimatt-Areal eine Überbauung realisiert (siehe Zusatztext).

Seit der Jugend hat er mit Velos zu tun

Fabian Müller spricht von einem Glücksfall. «Vor einigen Jahren hat das Velogeschäft Hausherr geschlossen. Seitdem gab es mit einer kurzen Ausnahme keinen Veloladen mehr in Rotkreuz. Ich war immer überzeugt, dass die Nachfrage vorhanden ist.» Fabian Müller hat beruflich seit seiner Jugend mit Fahrrädern zu tun. Mit 16 Jahren hat er die Lehre zum Velomechaniker absolviert und ist der Branche danach treu geblieben. Zuletzt hat er bei Scott Sports im Velohandel gearbeitet. Der Schritt in die Selbstständigkeit brauchte eine gehörige Portion Mut, erzählt Müller – doch die Reaktionen bestätigen ihn in seinem Vorgehen.

«Ich wurde sehr positiv begrüsst von den Rotkreuzer Kunden und der Start verlief über meinen Erwartungen.»

Dies, obwohl er sein Geschäft kurz nach der Neueröffnung wieder schliessen musste, als Mitte Januar der erneute Ladenlockdown ausgerufen wurde. «Da das Reparieren in der Werkstatt nach wie vor erlaubt war, ist mir die Arbeit nicht ausgegangen», berichtet Müller. Den aktuellen Velo-Boom und den dadurch teils stockenden Nachschub von Fahrrädern und Ersatzteilen spürt auch Müller. «Bei mittelpreisigen Velos und bei günstigeren E-Bikes führe ich Wartelisten», sagt er. Durch seine langjährige Erfahrung und sein Netzwerk versuche er, mit verschiedenen, auch weniger bekannten Anbietern zu arbeiten. So habe er für alle Bedürfnisse etwas im Angebot.

Dadurch, dass er weiterhin reparieren durfte, ist Fabian Müller auch während des Ladenlockdowns die Arbeit nicht ausgegangen.

Dadurch, dass er weiterhin reparieren durfte, ist Fabian Müller auch während des Ladenlockdowns die Arbeit nicht ausgegangen.

Bild: Matthias Jurt (Rotkreuz, 4. März 2021)

Er möchte eine Lehrstelle anbieten

Mit seiner Vermieterin, der Rotkreuzhof Immobilien AG, hat der Jungunternehmer vereinbart, dass er nach Fertigstellung der Chäsimatt-Überbauung in andere Räumlichkeiten innerhalb des neuen Quartiers umziehen wird: voraussichtlich ins Parterre des «Turmes» hin zum Kreisel Chamer-/Poststrasse. Aktuell hat Fabian Müller noch keine Angestellten – doch wenn das Geschäft weiterhin erfolgreich läuft, kann er sich gut vorstellen, einen Velomechaniker anzustellen. Zudem, das weiss Müller bereits jetzt, möchte er im Sommer einem jungen Interessenten eine Lehrstelle anbieten.

Das alte Landi-Gebäude befindet sich in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs.

Das alte Landi-Gebäude befindet sich in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs.

Bild: Matthias Jurt (Rotkreuz, 4. März 2021)