Leserbrief

Entlaubte Waldwege statt entstaubte Ansprüche

Zu weggeblasenem Laub in einem Zuger Waldstück

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Kürzlich spazierte ich den Ägerisaumweg aufwärts. Dieser führt nach der Blasenbergstrasse durch ein Waldstück bis zur St. Verenakapelle. Wunderschön, das farbige Herbstlaub, das wie ein Teppich Weg und Waldboden für kurze Zeit zu einer Einheit verwebt. Aber dann hörte ich von weitem ein lautes Gebläse und traute meinen Augen kaum. Tatsächlich hat ein Arbeiter mit Getöse die ganze Schönheit vom Weg geblasen. Der freundliche Mitarbeiter des Werkhofes klärte mich auf, dass dies heute so gewünscht sei, damit das Publikum ungehindert mit Stadtschuhen spazieren kann. Mit grüner Welle hat das wohl nichts zu tun, und wer genau will das? Mir scheint das genauso fragwürdig wie all die Abfallkübel, die in den Wäldern aufgestellt werden, damit die Waldbenutzer alles bequem entsorgen können. Aber sind das wirklich öffentliche Aufgaben? Müssten wir nicht wieder lernen, den eigenen Abfall, den wir in den Wald tragen, auch wieder selber zu entsorgen?

Hugo Sieber, Architekt, Zug