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Leserbrief

Entspricht die Umfahrung noch dem Volkswillen?

Zur Umfahrung Cham-Hünenberg (UCH)

2007 wurde über die Umfahrung Cham Hünenberg (UCH) abgestimmt. Nur gerade 50,3 Prozent der Stimmen sprachen sich dafür aus. Ausschlaggebend waren die Gemeinden Hünenberg und Cham, welche als einzige sehr hohe Zustimmungsraten erzielten. Ihnen wurde im Abstimmungskampf eine starke Entlastung der Zentren versprochen. Das obwohl lediglich über die Planung abgestimmt wurde, nicht über die Ausgestaltung, die zu jenem Zeitpunkt noch nicht bekannt war. Im Abstimmungsbüchlein stand aber trotzdem, dass von einer Entlastung der Chamerstrasse in Hünenberg von 20 Prozent ausgegangen wird.

Sieben Jahre später, im Bericht über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) von 2014, wurde dann mit einer Zunahme bis 60 Prozent gerechnet. Und obwohl der Kanton verpflichtet ist, objektiv über eine Abstimmung zu informieren, war im Abstimmungsbüchlein kein einziger Nachteil des Projekts erwähnt. Im UVP von 2014 war dann nachzulesen, dass zum Beispiel die Anwohner der Eichmattstrasse in Hünenberg See – Cham mit einem zum Teil mehr als dreifachen Verkehr abfinden müssen. Auch auf der Achse Lindencham – Kreisel Schlatt waren die Zahlen im Abstimmungskampf so stark verfälscht, dass unmittelbar danach eine Brücke über den Kreisel Lindencham geplant werden musste. Zusätzlich wurden im Bereich Eizmoos neu Lärmschutzwände geplant.

Die krasseste Abweichung vom Abstimmungsbüchlein betrifft aber das überbaute Landwirtschaftsland. Noch 2009 ging man von 111000 Quadratmeter aus. 2014 im UVP waren es 70 Prozent mehr, nämlich 186000 Quadratmeter. Dass dies alles viel mehr kostet als die 180 Millionen plus 50 Millionen Reserve, liegt auf der Hand. Dennoch will der Kanton keine neuen Berechnungen zum Auflageplan veranlassen.

Da wir über die Planung abgestimmt haben, ist es dem Kanton erlaubt, das ganze Projekt auf den Kopf zu stellen und neue Ideen, wie die Flama (flankierende Massnahmen) in Cham, zu entwickeln. Die Flama waren dann etwa von gleich vielen Einsprachen betroffen, wie es Stimmbürger gebraucht hätte, die Abstimmung zu kippen. Das stellt den Volkswillen in Frage. Aus all diesen Gründen fordern wir den Kanton auf, die Vorlage nochmals aufzuarbeiten, sie dem Volk unter Angabe der wirklichen Kosten vorzulegen und darüber objektiv zu informieren.

Goran Vejnovic, Geschäftsführer VCS Sektion Zug

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