Entscheid über Verwahrung des Doppelmörders

Das Zuger Strafgericht befasst sich kommende Woche erneut mit dem zweifachen Tötungsdelikt vom Februar 2009 in Zug. Nachdem es den Täter im vergangenen April des mehrfachen Mordes schuldig gesprochen hat, geht es jetzt um die Frage, ob der Mann lebenslang verwahrt wird.

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Das Verbrechen ereignete sich am Eschenring 12 in Zug. (Bild: Archiv Neue ZZ)

Das Verbrechen ereignete sich am Eschenring 12 in Zug. (Bild: Archiv Neue ZZ)

Der Prozess zieht sich nun schon über ein Jahr hin. Im Oktober 2012 wurde der Beschuldigte vor dem Strafgericht bereits eingehend befragt. Im April 2013 sprach das Gericht ihn dann - wie von der Anklage beantragt - des mehrfachen Mordes, des Raubes der Brandstiftung und weiterer Delikte schuldig.

Über Verschulden und Strafmass entschied das Gericht noch nicht, weil ein zusätzlich angefordertes Gutachten noch ausstand. Um diese Fragen geht es nun kommende Woche. Die Verhandlung ist auf drei Tage angelegt.

Der Beschuldigte hat gemäss Schuldspruch im Februar 2009 in einer Zuger Attikawohnung die 54-jährige vermögende Wohnungsinhaberin und deren 36-jährige Haushalthilfe getötet, zur Spurenverwischung einen Brand gelegt und Wertsachen mitgenommen.

Der Brand verlöschte von selbst, richtete aber beträchtlichen Schaden an. Die Leichen der Frauen wurden mehrere Tage später entdeckt. Beide waren gefesselt.

Im vorzeitigen Strafvollzug

Der in Deutschland aufgewachsene, mehrfach vorbestrafte Schweizer wurde zwei Monate nach der Tat festgenommen. Seither sitzt der heute 47-Jährige in Haft. Er hat schon vor einiger Zeit den vorzeitigen Strafvollzug angetreten.

Die Staatsanwältin verlangt eine lebenslängliche Freiheitsstrafe und zudem lebenslange Verwahrung. Laut Verteidiger liegt im einen Fall Totschlag vor. Mit dem Tod der anderen Frau habe sein Mandant überhaupt nichts zu tun. Sie sei an einem epileptischen Anfall gestorben, argumentiert die Verteidigung.

Für den Entscheid über eine lebenslange Verwahrung muss sich das Gericht auf mindestens zwei unabhängige Gutachten stützen können. Zwar lagen schon vor einem Jahr zwei Gutachten vor. Weil sich aber der zweite Fachmann nach eigenen Angaben auf das erste Gutachten abstützte, konnte von Unabhängigkeit keine Rede sein. Der Verteidiger beantragte denn auch erfolgreich ein weiteres Gutachten.

sda