Leserbrief
Eine Entschuldigung wäre angebracht

«Entlassung war missbräuchlich», «Zuger Zeitung» vom 8. Juni

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Die gerichtliche Instanz hat bestätigt, dass die Kündigung des Arbeitsverhältnisses mit Marco Brandazza, Organist und Chorleiter der Zuger Pfarrei St. Michael, missbräuchlich war. Dazu zwei Bemerkungen: In gewundenen Worten bedauert die katholische Kirchgemeinde die Eskalation des Konfliktes. Dem Kirchenrat wäre es gut angestanden, sich nicht hinter der Formulierung «Kirchgemeinde» zu verstecken. Nicht die Kirchgemeinde – dazu gehören schliesslich alle Mitglieder der Pfarrei – sondern der Kirchenrat hat sich missbräuchlich verhalten und hat die Eskalation herbeigeführt. Es gibt nicht nur eine materielle Schuld, welche nun finanziell beglichen werden muss. Es gibt auch eine moralische Schuld, welche mit der dürren Medienmitteilung keineswegs getilgt ist. Eine persönliche Entschuldigung des Kirchenrates über sein Fehlverhalten wäre gegenüber Herrn Brandazza angebracht. Dies würde zumindest für den unschuldig Betroffenen die Möglichkeit geben, sich in zukünftigen Arbeitsverhältnissen und gegenüber dem Bistum als unbelastet auszuweisen.

Ursula Abicht, Monika Leuthard, Vreny Henggeler, Zug; Marietta Dierauer, Oberwil; Toni Kälin, Walchwil