Leserbrief

Entschuldigung – ich lebe noch

«Senioren sollen finanziell helfen», Ausgabe vom 7. April

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Ich bin 67 Jahre alt und es tut mir leid, aber ich lebe noch.

Ich durfte eine gute Ausbildung absolvieren und habe mein ganzes Erwerbsleben lang gut bezahlte Berufe ausgeübt. Ich habe auch mein ganzes Erwerbsleben lang einen schönen Betrag an Steuern bezahlt; als Solidarität an die Gesellschaft. Mein Steuergeld hat vielen Jungen, vielleicht auch Ihnen, eine gute Ausbildung ermöglicht.

Auch als Senior gebe ich Geld aus, das schlussendlich unserer Wirtschaft zugutekommt. Ich bin auch heute noch in einer Freiwilligenorganisation tätig, die Jugendlichen den Einstieg in die Welt der Technologie, kostenlos, ermöglicht. Also ich gebe meinen Anteil an die Gesellschaft zurück.

Ihrem Artikel geben Sie den Untertitel «Eine Analyse». Ich glaube eher, man sollte dem Artikel den Untertitel «Aufhetzung» geben, denn mit Analyse hat das nicht viel zu tun. Schon eher mit einer Aufhetzung von Generationen gegeneinander.

Vielleicht unterstützen Sie den Ansatz des Bundes, der auf Solidarität und Schutz für die schwächeren der Gesellschaft aufbaut, nicht; vielleicht möchten Sie lieber eine Ausrottung der Älteren und Schwächeren sehen. Die kosten die Gesellschaft nur Geld und sind für die wirtschaftlichen Probleme verantwortlich.

Aber ich muss Sie enttäuschen, ich, und andere der Ü65-Generation leben noch, und wir versuchen auch durch Umsetzung der Massnahmen des Bundes länger am Leben zu bleiben.

Peter Pircher, Baar