ENTWICKLUNG: Der Kanton Zug will seine Räume neu ordnen

Ein neues Raumordnungskonzept will klären, wie sich der Kanton Zug bis 2040 entwickeln soll. In den nächsten Monaten wird dieses Konzept entstehen und breit diskutiert werden.

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Im Raumordnungskonzept-Rohling werden vier Schwerpunkte der räumlichen Entwicklung behandelt. (Bild: pd/ Präsentation Medienorientierung Kanton Zug)

Im Raumordnungskonzept-Rohling werden vier Schwerpunkte der räumlichen Entwicklung behandelt. (Bild: pd/ Präsentation Medienorientierung Kanton Zug)

Für die Erarbeitung des neuen Zuger Raumordnungskonzeptes (ROK16) sind in einer ersten Phase verschiedene Worhshops vorgesehen. Das Konzept soll aufzeigen, wie sich der Kanton Zug langfristig räumlich weiter entwickeln soll. Dies verlangt das revidierte Raumplanungsgesetz von den Kantonen.

Konzept-Rohling als Diskussionsgrundlage erstellt

Das letzte Raumordnungskonzept stammt aus dem Jahr 2001. Da seither neue Grundlagen auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene bestehen würden, dränge sich eine vollständige Überarbeitung des Konzeptes auf, meldet die Baudirektion des Kantons Zug in ihrer Medienmitteilung. Sie wurde vom Regierungsrat damit beauftragt, einen Konzept-Rohling zu erstellen, welcher als Diskussionsgrundlage dienen soll.

Themenschwerpunkte dabei sind beispielsweise die Zuger Verkehrsplanung, Strategien für die Erhaltung der Landschaft, die Siedlungsentwicklung oder auch Fragen der Zusammenarbeit bis hin zur Frage von Fusionen über die Kantonsgrenze hinweg. Dabei betont die Baudirektion, dass der Rohling bewusst noch kein ausgereiftes Konzept sei. Die Baudirektion will damit auch Raum für kontroverse und provokative Fragen zulassen. «Es soll keine Tabus geben», sagte Baudirektor Heinz Tännler (SVP) am Donnerstag in Zug vor den Medien.

Gemeindefusionen diskutieren

Laut René Hutter, Leiter des Amtes für Raumplanung, werden die grenzüberschreitenden Beziehungen in der Raumplanung künftig ohnehin an Bedeutung gewinnen. Dies verdeutlichten beispielsweise die Pendlerströme. Die Grenzen müssten vermehrt den tatsächlichen siedlungs-, verkehrs- und wirtschaftspolitischen Tatsachen angepasst werden.

Dasselbe gilt auch innerhalb des Kantons. So soll im Rahmen des neuen Raumordnungskonzepts offen über Zusammenschlüsse von Gemeinden diskutiert werden. Langfristig sei eine Fusion zu vier Gemeinden zu prüfen, heisst es im «ROK-Rohling».

Raumplanung in vier Ziele gefasst

Für die künftige Raumentwicklung hat das Amt für Raumplanung vier Ziele mit je vier Massnahmen definiert. «Wir wollen ein übersichtliches und lesbares ROK, das höchstens 30 Seiten umfasst», sagte Tännler

Entwickeln soll sich der Kanton in den nächsten 20 Jahren in vier unterschiedlichen Raumtypen. So will der Kanton das Wachstum so steuern, dass mindestens 85 Prozent des künftigen Bevölkerungs- und Beschäftigungswachstums in den urbanen Stadtlandschaften stattfindet.

Die restlichen 15 Prozent des Wachstums sind in Zwischenlandschaften mit regionalen Zentren vorbehalten. Beim Verkehr stehen in Zukunft vermehrt verkehrslenkende und steuernde Massnahmen im Vordergrund.

Sorge tragen will der Kanton auch zu seinen typischen Landschaften. «Die Zuger Landschaften sind durchgängig und in fünf Minuten ist jeder Zuger und jede Zugerin zu Fuss in einem Naherholungsgebiet», heisst die Zielsetzung.

Das neue Konzept umfasst den Zeithorizont bis 2040. Der Regierungsrat hat bisher bewusst weder über den Inhalt des Rohlings diskutiert, noch sich zu einzelnen Zielen und Massnahmen geäussert.

Zwei Phasen der weiteren Konzept-Erarbeitung geplant

Anhand des Konzept-Rohlings werden die darin enthaltenen räumlichen Herausforderungen der nächsten 20 bis 30 Jahre diskutiert. Ein erster Workshop wird gemäss Angaben der Baudirektion mit Gemeindevertretern stattfinden. Ein weiterer Workshop mit Vertretern der kantonalen Verwaltung sowie der Nachbarkantone und des Bundes soll folgen. In einem dritten Workshop werden Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft uns Wissenschaft, sowie von Verbänden und Organisationen Trends und Entwicklungsstrategien diskutieren. Anhand der Resultate aus den Workshops wird ein Entwurf des Raumordnungskonzeptes erarbeitet.

Dieser Entwurf liegt anschliessend öffentlich auf und Interessierte erhalten Gelegenheit, sich dazu zu äussern. Nach der Überarbeitung des Entwurfs legt der Regierungsrat das neue Raumordnungskonzept dem Kantonsrat im Rahmen einer Richtplananpassung zum Beschluss vor.

Hinweis: Der Rohling des Raumordnungskonzeptes

pd/spe/sda

Die Verkehrsplanung ist eines der Themen des neuen Raumordnungkonzeptes. Im Bild staut sich der Verkehr entlang der Neugasse in der Stadt Zug. (Bild: Archiv / Stefan Kaiser)

Die Verkehrsplanung ist eines der Themen des neuen Raumordnungkonzeptes. Im Bild staut sich der Verkehr entlang der Neugasse in der Stadt Zug. (Bild: Archiv / Stefan Kaiser)