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Er fordert mit seiner Firma den Giganten Google heraus

Das Kleinunternehmen Klokan Technologies aus Unterägeri entwickelt Kartensysteme im IT-Bereich. Seine Geschichte zeigt, dass der Kanton Zug auch jenseits der Kryptowährungen eine lebendige digitale Szene hat.
Julian Koller
Die Software von Peter Pridals Firma wird bereits von Grossfirmen verwandt. (Bild: Stefan Kaiser, 18. Mai 2018)

Die Software von Peter Pridals Firma wird bereits von Grossfirmen verwandt. (Bild: Stefan Kaiser, 18. Mai 2018)

Der Vertrieb von IT-Technologie ist ein konkurrenzreiches Geschäft. Mit ihrem jüngsten Projekt namens OpenMapTiles fordert das Kleinunternehmen Klokan Technologies aus Unterägeri niemand Geringeren als den Giganten Google Maps heraus.

Die Geschichte, wie es dazu kam, ist im Firmensitz gewissermassen an die Wand gerahmt. Es ist eine tschechische Karte aus dem 17. Jahrhundert, künstlerisch ausgeführt, wenn auch noch nicht mit allzu exakten Proportionsverhältnissen. Kein Wunder, wenn Distanzen – wie damals üblich – durch die Anzahl Drehungen eines Wagenrades gemessen wurden.

Über dieser Karte schrieb Petr Pridal, der CEO und Gründer von Klokan Technologies, der in Tschechien Informationstechnologie und Kartografie studiert hat, seine Doktorarbeit. Eine Präsentation dieser Arbeit führte ihn in die Schweiz, wo ihm die ETH riet, ein eigenes Kartografieunternehmen zu gründen. Über das daraus entstandene Projekt wurde in unserer Zeitung schon einmal berichtet.

Mittlerweile hat Google Maps eine Bresche geschlagen, in die Klokan Technologies gesprungen ist. «Aus Softwareperspektive war es für uns kein allzu grosser Unterschied, ob wir nun antike Karten oder aktuelle Satellitenaufnahmen darstellen», führt Petr Pridal aus. Was bedeutet es, mit dem Internetgiganten in den Ring zu steigen? «Natürlich haben wir nicht die Ressourcen, um genauso viele Features anzubieten wie Google. Aber wir können uns auf gewisse Aspekte spezialisieren und so Vorteile herausschlagen.»

Die Software wird schon von Grossfirmen verwendet

Konkret bedeutet das, dass Karten für den Eigenbedarf personalisiert werden können. Wer zum Beispiel an den Autobahnen in der Schweiz nicht interessiert ist, aber dafür am Schienennetz, kann ohne Weiteres Ersteres ausblenden und Letzteres hervorheben. Auch deshalb wurde das System letztes Jahr mit dem Innovationspreis Prix Carto der Schweizerischen Gesellschaft für Kartografie ausgezeichnet.

Viele dürften die Software der Unterägerer Firma schon angewendet haben, ohne es zu bemerken: Grosse Betriebe wie Siemens, IBM oder die SBB benutzen es inzwischen. In der Praxis mag man es zum Beispiel auch beim Geocachen, einer Freizeit-Schatzsuche, antreffen.

Ein entscheidender Vorteil: Die Karten sind nicht auf einen Server angewiesen, sondern lassen sich nach belieben herunterladen und speichern. «Ich erzähle immer gerne: Im Grunde genommen passen die Standorte jedes Hauses und jedes Bergs auf der Welt jetzt auf einen winzigen Speicherstick», sagt Pridal. Nichtsdestotrotz bleibt der Druck durch internationale Unternehmen auf den lokalen Softwarehersteller natürlich gross. «Wenn wir gegen Google antreten, dann ist das gewissermassen wie David gegen Goliath», meint er.

Der Kanton Zug als Startup-Paradies

Aufgrund der hohen Stabilität in der Schweiz und den besonders tiefen Steuern gilt der Kanton Zug als extrem Startup-freundlich. Tatsächlich listete die BBC die Stadt unter den fünf besten Orten weltweit auf, um sein eigenes Unternehmen zu gründen. Die Geschichte von Klokan Technologies steht exemplarisch für viele erfolgreiche Startups.

Der Geschäftsführer Pridal betont, dass Zug seinen Startup-freundlichen Ruf nicht nur finanziellen und strukturellen Faktoren verdankt. «Es gibt hier eine lebendige Gemeinschaft von Kleinunternehmen, die sich auch untereinander austauschen», führt er aus. Faktoren wie dieser seien nicht zu unterschätzen. «Wenn man hier ankommt und die Sprache noch nicht kann», so Pridal, «fühlt man sich trotzdem willkommen. Das ist nicht selbstverständlich.»

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