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Jürg Meile investiert seine Energie in andere

Jürg Meile (56) ist ein Urgestein im LK Zug. Wegen eines Unfalls um eine mögliche Sportlerkarriere gebracht, befindet er sich auf einer erfolgreichen Trainerlaufbahn. Auch am Bettagsmeeting vom Wochenende wird er wieder auf dem Platz stehen.
Raphael Biermayr
Jürg Meile ist seit Jahrzehnten auf der Leichtathletikanlage Hertiallmend anzutreffen.(Bild: Stefan Kaiser (Zug, 06. September 2018))

Jürg Meile ist seit Jahrzehnten auf der Leichtathletikanlage Hertiallmend anzutreffen.
(Bild: Stefan Kaiser (Zug, 06. September 2018))

Das Wort «angefressen» hat auf Hochdeutsch und auf Schweizerdeutsch zwei völlig verschiedene Bedeutungen. Auf Jürg Meile trifft allein die Schweizerdeutsche zu. Der 56-Jährige ist in bestem Sinne ein Enthusiast. Seit dem Jahr 1983 ist Meile Trainer im LK Zug. Am kommenden Samstag wird er am Bettagsmeeting auf der Anlage in der Hertiallmend anzutreffen sein (Programm siehe Box).

Dass er schon als junger Mann mit der Trainertätigkeit begann, ist das Ergebnis eines Schicksalsschlags: Der talentierte Zehnkämpfer aus Cham wurde von einem Auto erfasst – an eine Fortsetzung der Leichtathletiklaufbahn war nicht zu denken. Stattdessen investierte Meile, der an der ETH Sport studierte, seine Energie in andere Athleten.

Eine Olympionikin betreut

Während der langen Zeit auf der Leichtathletikanlage hat er zwei der erfolgreichsten Zuger Leichtathleten betreut: die Siebenkämpferin Patricia Nadler, 23. der Olympischen Spiele 1996 in Atlanta. Und natürlich Tobias Furer, mehrfacher Schweizer Meister und Europameisterschaftsteilnehmer über 110 Meter Hürden. Während Nadlers Vorbereitung auf die Olympischen Spiele habe Meile sein Arbeitspensum als Sportlehrer im Zuger Schulhaus Loreto unter Inkaufnahme der Lohneinbusse auf 60 Prozent reduziert. Und das, obwohl Meile nicht als Trainer an die Olympischen Spiele reisen durfte, weil er nicht beim Schweizer Verband angestellt war. Ein Angefressener eben.

Jürg Meile hat in seiner langen Zeit als Athlet und Trainer einige Wellenbewegungen in der Schweizer Leichtathletik miterlebt. Als er im LKZ begann, spielte der Verein im Kanton die zweite Geige hinter der Hochwacht. «Es gab kaum Nachwuchs damals, die Situation war wirklich trist», erinnert er sich. Er half mit, bessere Strukturen aufzubauen, um attraktiver für Kinder und Jugendliche zu werden.

Jubiläumsausgabe in Zug

Am kommenden Freitag und Samstag findet das 30. Bettagsmeeting des LK Zug statt. Auf der Anlage in der Hertiallmend machen die Stabhochspringer am Freitag ab 18.30 Uhr den Anfang. Morgen bestreitet der Nachwuchs in zehn Alterskategorien von U18 bis und mit U10 (jeweils Knaben und Mädchen) ab 10 Uhr die Wettkämpfe in mehreren Disziplinen. Der LKZ rechnet mit rund 700 Teilnehmern. Als Ehrenstarter am Samstag werden die Zugerin Géraldine Frey (2017 Bronze mit der U23-Sprintstaffel) und die Ostschweizerin Yasmin Giger (2018 Bronzemedaille an den Juniorinnen-WM über 400 m Hürden) zugegen sein. Sie werden Siegerehrungen durchführen und am Nachmittag eine Autogrammstunde abhalten, teilt der LKZ mit. Mehr zum Meeting erfahren Sie unter www.lkz.ch. (bier)

Gegenwärtig erlebt die Leichtathletik schweizweit einen Boom, was die Mitgliederzahlen in den Vereinen anbelangt. Auch der LKZ führe eine Warteliste für die Aufnahme von Kindern, sagt Meile. Allerdings gebe es im Kanton eine grosse Schwachstelle: die Trainer. «In den ersten Jahren ist die Betreuung gut. Aber wenn ein 14-, 15-jähriger Jugendlicher nicht mehr ständig von einem qualifizierten Trainer angetrieben und unterstützt wird, wird er den Verein wechseln oder aufhören», weiss Meile. Deshalb müsse man den aktuellen Athleten früh die Trainerausbildung schmackhaft machen, damit sie später ihre Erfahrung weitergeben könnten. Das wurde verpasst – auch als Meile Technischer Leiter im Leichtathletikklub Zug war, wie er selbstkritisch anmerkt.

Am Engagement des Trainers Jürg Meile jedenfalls soll es nicht scheitern. Er wird weiterhin auf der Anlage in der Hertiallmend anzutreffen sein. Nicht mehr täglich wie früher, aber so oft wie möglich. Unter anderen trainiert er manchmal mit der Stabhochspringerin und Hürdenläuferin Ronja Wengi, ein Talent, dessen Name in Zukunft in der Schweizer Leichtathletik ein Begriff werden könnte.

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