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Er ist am «Eidgenössischen» der Herr der Gaben

Am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (Esaf) werden fast 400 Preise an die Schwinger und Steinstösser verteilt. Gabenchef Kurt Häfliger hat sich um einen ausgewogenen Mix bemüht.
Andrea Muff
Gabenchef Kurt Häfliger im Lagerraum mit den Preisen für den Gabentempel des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests in Zug. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 3. Juli 2019)

Gabenchef Kurt Häfliger im Lagerraum mit den Preisen für den Gabentempel des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests in Zug. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 3. Juli 2019)

Stabellen mit urchigen Motiven, verzierte Trychlen, Bikes, Motorsägen, moderne Sideboards, Vitrinen, diverse elektronische Geräte oder Gutscheine für Ferien: Die Auswahl an Preisen für die Schwinger und Steinstösser am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (Esaf) 2019 in Zug ist riesig und sehr vielseitig. Auch Lebendpreise gehören dazu – Siegermuni Kolin, fünf Rinder, drei Pferde und ein Fohlen. Der finanzielle Wert der jeweiligen Preise reicht von 1000 bis 30'000 Franken. Den Höchstbetrag bekommt der Schwingerkönig, wenn er statt des Munis Bargeld wählen würde.

Fast 400 Preise umfasst der Gabentempel – inklusive derjenigen für die Steinstösser –, der zwei Wochen vor dem sportlichen Wettkampf beim Stierenmarkt in Zug die Türen öffnet. Viele Preise werden erst kurz vorher angeliefert. Zu den Aufgaben von Gabenchef Kurt Häfliger gehören neben der Auswahl und Beschaffen der Preise, auch das Akquirieren von Spendern, das Organisieren von Stallungen für die Tiere, das Einholen von Bewilligungen und schlussendlich die Dekoration des Gabentempels.

«Viel Arbeit sieht man gar nicht, aber es steckt noch viel mehr dahinter», erklärt Kurt Häfliger.

«Ungefähr 200 Gabenspender aus der ganzen Schweiz habe ich persönlich besucht und dabei auch Ferien geopfert», sagt er ohne Reue. Für ihn gehöre der persönliche Kontakt einfach dazu, betont der 61-Jährige. «Es geht ja auch um viel Geld und dann gehört es sich, sich Zeit zu nehmen und alles auszudiskutieren.» Mit einer Gabendokumentation reiste er deshalb von Spender zu Spender. «Manche suchten sich einen spezifischen Preis aus und andere gaben mir das Geld, mit dem ich dann das Passende einkaufen konnte», erklärt Häfliger das Vorgehen.

Dabei habe er den Spendern aus der Region den Vortritt gegeben. «Als Gegenleistung für das Spenden der Preise gibt es Tickets oder das Kaufrecht auf welche.» Anders als bei kleineren Schwingfesten, wo man bei der Gabensuche auf eine viel kleinere Region beschränkt sei, meldeten sich die Spender direkt bei ihm. «Ich musste auch welchen absagen, das ist schon ein wenig deprimierend», findet der Gabenchef.

Überblick haben wird zur Herausforderung

Kurt Häfliger hat schon einige Funktionärstätigkeiten hinter sich. Darunter war er etwa seit den 1980er Jahren regelmässiges Mitglied des Gabenkomitees bei Kantonalschwingfesten. 2009 war Häfliger, früher selbst aktiver Schwinger, am Innerschweizer in Baar Gabenchef. «Danach wollte ich meine Karriere als Gabenchef eigentlich beenden», sagt er schmunzelnd. Aber vor fast fünf Jahren kam die Anfrage, ob er sich vorstellen könne, bei einem allfälligen Eidgenössischen in Zug, dieses Ressort zu übernehmen.

«Da habe ich zuerst mal Nein gesagt», gibt er zu.

«Aber nach Rücksprache mit meiner Familie, meinem Arbeitgeber und anderen Funktionären sagte ich dann doch zu.» Zu den Herausforderungen gehörte bei seiner Tätigkeit auch, den Überblick zu behalten. «Ich bin natürlich auf mein Team angewiesen», gibt der Gabenchef zu. Wichtig war ihm neben der Vielseitigkeit einen ausgewogenen Mix zwischen traditionellen und modernen Preisen zu bekommen.

Vom Bike übers Alphorn bis zur Trychle: Der Mix ist Kurt Häfliger gelungen. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 3. Juli 2019)

Vom Bike übers Alphorn bis zur Trychle: Der Mix ist Kurt Häfliger gelungen. (Bild: Stefan Kaiser, Zug, 3. Juli 2019)

Eine Zuger Besonderheit sei zudem, dass fast alle Waren das Esaf-Logo tragen. «Ich habe von vielen Schwingern gehört, dass sie sich das wünschen würden.» Denn ein Preis habe auch einen emotionalen Wert und sei Erinnerungsstück. Nach einer harten Qualifikation dürfen alle Schwinger einen Preis auswählen.

Bald wird ein Traum wahr

Ab dem 9. August ist Kurt Häfliger und sein Team im Gabentempel anzutreffen, sie beantworten Fragen und passen auf die Preise auf – ungefähr elf Personen braucht es dafür, sechs weitere kümmern sich um die Tiere. Und wenn der Mega-Event vorbei ist, freut sich der 61-Jährige auf seine Ferien. «Mein Traum ist es, in einem Wohnmobil herumzureisen. Das wollte ich eigentlich mit 60 Jahren, musste ihn aber kurz verschieben», sagt er mit einem Lächeln. «Von der auch sehr anstrengenden Zeit nehme ich definitiv viele schöne Begegnungen mit.» Denn nach all den Funktionärstätigkeiten sei es für ihn jetzt genug, und er fügt schnell hinzu: «Mit der Schwingerfamilie bleibe ich aber auch weiterhin verbunden.»

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