Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Er ist das «perfekte Bild» des guten Hirten

Mit der Heiligsprechung Óscar Romeros ehrt die katholische Kirche die grossen Verdienste eines Kämpfers für die Gerechtigkeit. Ein freudiger Akt auch für Institutionen, die Romeros Vermächtnis weitertragen.
Andreas Faessler
Ist am 14. Oktober von Papst Franziskus heiliggesprochen worden: Erzbischof Óscar Romero (1917–1980). Hier bei einer Predigt in San Salvador Ende der 1970er-Jahre. (Bild: PD/Bethlehem-Mission Immensee)

Ist am 14. Oktober von Papst Franziskus heiliggesprochen worden: Erzbischof Óscar Romero (1917–1980). Hier bei einer Predigt in San Salvador Ende der 1970er-Jahre. (Bild: PD/Bethlehem-Mission Immensee)

Tausende bevölkerten am Sonntag, 14. Oktober, den Petersplatz, als Papst Franziskus einen grossen Festgottesdienst abhielt. An den Balkonbrüstungen der Petersbasilika hingen sieben grosse Bildnisse – Menschen, die der Papst an diesem Tag unter Begleitung von viel Lobgesang feierlich in das Verzeichnis der Heiligen der katholischen Kirche aufnahm. Einer der Heiliggesprochenen war Óscar Romero (1917–1980), Erzbischof von San Salvador, dessen Bedeutung auch insofern in der Zentralschweiz wahrgenommen wird, als hier mit dem Romero-Haus in Luzern und der Bethlehem-Mission in Immensee zwei Institutionen mit überregionaler Ausstrahlung das geistige Vermächtnis Romeros pflegen und in die Welt hinaustragen. Damit kommt ein rund 24 Jahre dauernder Selig- und Heiligsprechungsprozess zu seinem Ende.

Gottes Botschaft der Freiheit verkündet

Oscar Arnulfo Romero y Galdámez, wie er mit vollem Namen hiess, trat als schlagkräftiger, unerschrockener Kirchenmann in Erscheinung, der sich öffentlich gegen die Obrigkeit stellte, die das Volk mit harter Hand unterdrückte. Romero galt im gesamten lateinamerikanischen Raum als Freiheitskämpfer, als Freund der Armen und Entrechteten und erhielt beim Volk entsprechend Gehör. Für sein Ansehen und seinen Einfluss zahlte er am 24. März 1980 einen hohen Preis: Er wurde beim Lesen einer Messe am Altar von der Militärjunta erschossen. Den Gürtel – das Zingulum –, den Romero bei seiner Ermordung umgeschnallt hatte, trug Papst Franziskus zur Heiligsprechungsfeier am Sonntag als Zeichen der Verehrung. Viele Gläubige aus Lateinamerika waren angereist, um den zwar kurzen, aber grossen Moment mitzuerleben. Am Folgetag empfing Franziskus rund 5000 Gläubige aus El Salvador, der Heimat Romeros, zu einer Audienz, wie «Vatican News» berichtet. Der heilige Óscar Romero habe das Bild des guten Hirten perfekt verkörpert, würdigte der Papst. Er habe Gottes Botschaft der Freiheit der ganzen Menschheit verkündet, und das Gedenken an den nun Heiliggesprochenen sei eine ausgezeichnete Gelegenheit, eine Botschaft des Friedens und der Versöhnung an die Völker Lateinamerikas zu senden.

Eine Heiligsprechung, die Missionen bekräftigt

Freude über die höchste kirchliche Anerkennung Romeros als Märtyrer und nunmehr Heiliger herrscht nicht nur bei den lateinamerikanischen Gläubigen. Auch die internationale katholische Kirchen-Volksbewegung «Wir sind Kirche» begrüsst es, dass Romero nach einem langen Seilziehakt endlich zum «Vorbild der gesamten Weltkirche» erklärt worden ist. Als Stimme der Unterdrückten habe er grossen Rückhalt von den einfachen Leuten genossen und biete nun als anerkannter Märtyrer auch Orientierung bei der dringend nötigen Überwindung des überall verbreiteten Klerikalismus. Von besonderer Bedeutung ist die Kanonisierung Romeros selbstredend auch für die eingangs erwähnten Zentralschweizer Missions- respektive Bildungshäuser. Die Entwicklungsorganisation Comundo, die von der Bethlehem-Mission Immensee und Inter Agire getragen wird und im Luzerner Romero-Haus ihren Sitz hat, hat den lateinamerikanischen Befreiungstheologen als Leitfigur ihres Engagements für Frieden und Gerechtigkeit in der Welt erkoren. Teres Graf, Geschäftsleiterin von Comundo im Luzerner Romero-Haus, sagt: «Wir setzen uns heute für die­selbe Vision ein wie damals Óscar Romero. Deshalb ist seine Heiligsprechung für uns ein freudiger Anlass.» Sie bekräftige Comundo im Engagement für benachteiligte und armutsbetroffene Menschen in den Einsatzländern. «Angesichts der grossen sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten in und zwischen den Ländern ist diese Arbeit wichtiger denn je», kommt Teres Graf zum Schluss.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.