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Ernst Häusler aus Unterägeri ist «Hirte» von rund 200 leuchtenden Tieren

Ernst Häusler besitzt laut eigenen Angaben die grösste private Weihnachtsbeleuchtung der Innerschweiz. Seine zahlreichen Rentiere, Chläuse und Eisbären aufzustellen, ist ein Kraftakt. Nun hofft der 72-Jährige, dass es bald schneit.
Rahel Hug
Die Weihnachtsbeleuchtung von Ernst Häusler an der Wilbrunnenstrasse in Unterägeri erstreckt sich über rund 2000 Quadratmeter von seinem Haus bis an den See. (Bild: Maria Schmid (Unterägeri, 9. Dezember 2018))

Die Weihnachtsbeleuchtung von Ernst Häusler an der Wilbrunnenstrasse in Unterägeri erstreckt sich über rund 2000 Quadratmeter von seinem Haus bis an den See. (Bild: Maria Schmid (Unterägeri, 9. Dezember 2018))

Angefangen hat alles ganz klein. Vor 20 Jahren dekorierte Ernst Häusler zum ersten Mal sein Haus an der Wilbrunnenstrasse 110 in Unterägeri mit Lichterketten und Sternen. Jahr für Jahr kamen weitere Elemente – leuchtende Rentiere, Chläuse und Eisbären – dazu. Häusler, in der Umgebung auch bekannt als «Baschi», behauptet heute, die grösste private Weihnachtsbeleuchtung der Innerschweiz zu besitzen. Überprüfen lässt sich das nicht, doch es ist gut möglich, dass der 72-Jährige Recht hat. Denn die Installation, die sich von seinem Einfamilienhaus bis zum See erstreckt, ist beeindruckend: Sie besteht aus rund 200 Tieren auf einer Fläche von 2000 Quadratmetern und ist von weit her zu sehen.

Die ganze Beleuchtung aufzustellen, sei ein Kraftakt, berichtet der Unterägerer, der Inhaber der Firma Häusler Immobilien und Verwaltungs AG im Dorf ist. «Zehn Mann und sechs Stunden» brauche es, um alle Figuren mit starken Eisen im Boden zu verankern und aufzurichten. Hilfe bekommt der zweifache Vater dabei von seinem Sohn Nick und Freunden. Nach getaner Arbeit offeriere er den Chrampfern jeweils ein Mittagessen, bei dem auch ein guter Tropfen Wein nicht fehle, berichtet Häusler. «Die Elektriker benötigen danach drei Tage, um alle Elemente an den Strom anzuschliessen.» Vom 1. Dezember bis zum 6. Januar ist Häuslers «Kunstwerk» in Betrieb, jeweils von 17 bis 22 Uhr.

Inspiration fand er in Los Angeles

Auf den Geschmack kam Ernst Häusler vor 30 Jahren auf einer Reise in den USA bei einem Freund. «In Los Angeles gibt es eine grosse Strasse, die weihnächtlich dekoriert ist, und zwar richtig verreckt», erzählt er und lacht. «Das sind dann aber ziemliche Spinner.» Dass auch er ein bisschen ausgeflippt ist, stellt Häusler dabei nicht in Abrede. «Ich bin richtig angefressen.» Oft schaue er abends aus dem Fenster, lösche im Wohnzimmer seines Hauses das Licht und lasse die unzähligen Lämpchen auf sich wirken. «Das macht einfach Freude, besonders wenn es schneit.» Seine Ehefrau Hilda teile seine Leidenschaft – sie habe wohl gar keine andere Wahl, scherzt er.

Das ganze Jahr über ist der Sammler auf der Suche nach neuen Figuren. Er habe jeweils in einem Laden in Zürich eingekauft, doch dieser sei inzwischen geschlossen, berichtet er. «Es gibt immer weniger Geschäfte, die darauf spezialisiert sind. Die Ware kommt oft aus dem Ausland.» Doch Häusler hat die richtigen Beziehungen. An einer Messe in Zürich lernte er neue Verkäufer kennen, einige Figuren ersteht er bei Grossmärkten wie Jumbo oder Landi. «Man wird immer wieder fündig.»

Ein grosser Lagerraum ist nötig

Im Laufe der Zeit bekam der Unterägerer ein Problem mit der Lagerung. Schliesslich müssen all die Figuren während elf Monaten verstaut werden. Glücklicherweise habe er in seinem Geschäft an der Gewerbestrasse 6 in Unterägeri einen 200 Quadratmeter grossen Lagerraum, wo die Beleuchtung nun versorgt werde, erklärt Häusler.

Die Nachbarn und Spaziergänger hätten Freude an seinem Garten, bekräftigt er. «99 Prozent der Rückmeldungen sind positiv.» Er habe auch schon gehört, dass sich jemand bei der Gemeinde über seinen hohen Stromverbrauch beschwert habe. Doch solche Stimmen kümmern den Weihnachts-Fan nicht: «Das Ganze braucht gar nicht so viel Strom», sagt er lediglich. Nun hofft Ernst Häusler auf eine richtige Portion Schnee – sodass sein ganzer Stolz über die Weihnachtstage noch besser zur Geltung kommt.

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