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Unihockey: Zugs Captain lässt seine Mutter nicht im Regen stehen

Tim Mock (21) führt diese Saison die NLA-Unihockeyaner von Zug United als Captain an. Einst hegte er andere sportliche Ambitionen.
Ruedi Burkart
Tim Mock befindet sich mit Zug United im Hoch.Bild: Maria Schmid (Zug, 3. Oktober 2019)

Tim Mock befindet sich mit Zug United im Hoch.Bild: Maria Schmid (Zug, 3. Oktober 2019)

An einem schönen Frühlingstag vor rund 15 Jahren: Tim Mock und sein um drei Jahre jüngerer Bruder Moritz traben mit Fussballschuhen und Schienbeinschonern auf dem Fussballplatz des FC Dietikon an. Grund: Der damalige 2.-Liga-Verein aus der Zürcher Agglomeration hat ein Selektionstraining für interessierte Kinder angesetzt. «Wir wollten mal schauen, ob wir es schaffen», blickt Moritz, der jüngere der beiden Brüder zurück. Er macht seine Sache gut. «Ich habe den Bescheid erhalten, dass ich in den Verein eintreten könne», sagt er. «Mich setzten sie auf die Warteliste, ich wurde für das Selektionstraining nicht eingeladen», erinnert sich Tim. Und schiebt lachend nach: «Ehrlich, ich weiss heute noch nicht, ob sie mich damals überhaupt wollten.» Eine Antwort der Klub-Verantwortlichen habe er nie erhalten. Moritz sagt lachend: «Unsere Mutter meinte, wir sollen uns doch eine andere Sportart suchen, eine, die in einer Halle gespielt wird. Sie wolle nicht immer im Regen stehen, wenn sie einen Match von uns schauen komme.»

Ob es also Mutter Mock zu verdanken ist, dass die Schweizer Unihockeyszene um zwei Talente reicher wurde? Gut möglich. Fakt ist jedenfalls, dass sich Moritz und Tim Mock statt den Dietiker Fussballern den Unihockeyanern in Urdorf anschlossen. Dass die Mock-Brüder talentiert waren, merkte man schnell. Bald einmal standen sie im Fokus der Juniorenabteilung des NLA-Klubs Grasshoppers Zürich. Mit diesem Wechsel machten die beiden Dietiker noch einmal einen Sprung nach vorne. In der Saison 2016/17 durfte Moritz, der jüngere der beiden, erstmals ins NLA-Team reinschnuppern. Seit Herbst 2017 – im Alter von erst 17 Jahren – ist der Verteidiger Stammspieler.

In Zug hat Mock die besten Perspektiven ausgemacht

Für Moritz Mock ging es also stets aufwärts. Sein Bruder Tim hatte bedeutend mehr zu kämpfen. Auch er schaffte es im Sommer 2017 in den Fokus des NLA-Teams von GC, zusammen mit Moritz spielte er gleichwohl nie. Grund: Tim Mock durfte genau einmal in einem Meisterschaftsspiel für GC ran, sein Bruder musste verletzungsbedingt passen.

Während Moritz bei seinem Lieblingsverein gesetzt war, musste sich Tim im Frühling 2018 einen neuen Verein suchen. «GC legte mir einen Klubwechsel nahe», erinnert sich der Offensivspieler. Es bestanden bald Kontakte zu verschiedenen Vereinen aus der höchsten Liga. «Aber schliesslich habe ich mich für Zug United entschieden. Ich rechnete mir dort die besten Perspektiven aus.» Dass bei den Zentralschweizern Spitzenspieler wie Andreas Dahlqvist oder Billy Nilsson im Kader standen, spielte eine entscheidende Rolle, um den offerierten Zweijahresvertrag im Büro von Sportchef Bruno Schelbert zu unterzeichnen. Interessantes Detail: Die beschriebene NLA-Taufe mit GC erlebte Tim Mock an der Seite von Emil Julkunen. Also jenem Mann, mit dem Mock nun am Zugersee wieder zusammenspielt.

Offenbar war der Wechsel zu den Zentralschweizern auf die vergangene Saison hin die richtige Entscheidung gewesen. Tim Mock gehörte bald zu den Leistungsträgern und spielte eine ganz starke Saison, erzielte zwölf Tore. Wie hoch sein Stellenwert im Team mittlerweile ist, zeigt die Tatsache, dass er vor der laufenden Saison vom Coaching-Staff zum Teamcaptain ernannt wurde, als Nachfolger von Thomas Grüter. «Das ist für mich natürlich eine grosse Ehre», sagt der 21-Jährige. Den laufenden Zweijahresvertrag wird er am Zugersee erfüllen, was danach kommt, steht in den Sternen. «Wechselabsichten hege ich allerdings keine. Es gefällt mir sehr gut bei Zug United.» Wie im Unihockey üblich, werden die Gespräche zwischen Spieler und Vereinsführung kurz vor den Weihnachtstagen aufgenommen.

Zeichen stehen auf Vertragsverlängerung

Stand jetzt werden die Vertragsgespräche zwischen Tim Mock und den Verantwortlichen zu keiner langwierigen Angelegenheit werden. «Wir haben grosses Interesse daran, Tim längerfristig an uns zu binden», äussert sich Sascha Rhyner vom Trainerteam. Dies nicht nur, weil Mock mit sieben Skorerpunkten aus den ersten fünf Meisterschaftsrunden äusserst produktiv in die Saison gestartet ist und seine Mannschaft in die Spitzengruppe der NLA verholfen hat (siehe separaten Artikel). Mock sei ein smarter Spieler und kein «Plauderi» in der Garderobe, «sondern einer, der dann etwas Gescheites sagt, wenn es angebracht ist.» Ein richtiger Captain eben.

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