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Er macht die Geschichte der Stadt Zug lebendig und für alle erfassbar

Der Historiker Peter Ott führt durch die Zuger Gassen. Er weiss über jedes Gemäuer im Zentrum etwas zu erzählen. Er weiss damit, selbst Alteingesessene in Erstaunen zu versetzen.
Wolfgang Meyer
Peter Ott (vorne) hat in der Zuger Altstadt viel zu erzählen. (Bild: Werner Schelbert (Zug, (28. Juli 2018))

Peter Ott (vorne) hat in der Zuger Altstadt viel zu erzählen. (Bild: Werner Schelbert (Zug, (28. Juli 2018))

Am Samstag (28.Juli 2018) hat Peter Ott einige Interessierte durch die Zuger Altstadt geführt. Und zwar zurück ins 15. Jahrhundert, als in der kleinen Stadt erst rund 400 Menschen lebten. «Neben Städten wie Zürich mit damals etwa fünftausend oder Basel und Genf mit jeweils zehntausend Einwohnern, fiel Zug damals kaum ins Gewicht», erzählt der pensionierte Historiker und Germanist. Vor dem Zytturm lenkt er die Aufmerksamkeit seiner Gäste auf das merkwürdige Wappen über dem Tor: Zwei Löwen halten drei Schilde. Die unteren beiden tragen das Zuger Wappen, der obere einen schwarzen Doppelkopfadler. Darauf thront eine Kaiserkrone. Bis zum Westfälischen Frieden 1648 gehörte die Eidgenossenschaft rein staatsrechtlich betrachtet noch zum Heiligen Römischen Reich deutscher Nation. Der Zuger Stadtführer relativiert jedoch: «Zu sagen hatte der deutsche Kaiser in der Eidgenossenschaft aber schon seit den Nachwehen der Schwabenkriege 1501 nichts mehr.» Das Wappen mit dem Kaiseradler stammt noch aus der Zeit davor.

Ein Schicksalsschlag und eine Strasse durch Gärten

Links weg am Zytturm vorbei führt Ott weiter entlang der damaligen Stadtmauer. Die erste Mauer umfasste die Ober- und Untergasse der ursprünglichen Altstadt und die letzte Häuserzeile direkt am Wasser, deren Abrutsch 1435 bei der Seekatastrophe 60 Menschen den Tod brachte. «Das war damals ein Siebtel der gesamten Bevölkerung. Es war ein schwerer Schlag für Zug.» Familien aus dem Umland mussten eingebürgert werden, um die entstandenen Lücken in der Gesellschaft füllen zu können. Als die damalige Stadtmauer obsolet wurde, baute man von aussen an die Mauern an, sodass sie jetzt zwischen den Häusern der oberen Altstadt und der Grabenstrasse verborgen liegt. Da wo heute die Grabenstrasse verläuft, war früher der Stadtgraben, in dem verschiedene Anwohner ihre Gärten hatten. Der Durchbruch der Schwanengasse zur Grabenstrasse wurde auch erst spät erstellt. Man riss die Mauer neben dem Schatzturm nieder und öffnete die Altstadt. Im damaligen Schatzturm wurden die Reichtümer der Zuger gelagert. Geld, Gold und Dokumente liegen heute wo anders. Der Turm beherbergt heute das Stadtarchiv. Die neue Gasse führt vorbei an der Ankenwaage. «Hier wurde Käse, Milch und Butter – eben Anke – gelagert und verkauft. Daher der Name.»

Auch das umliegende Land hat wesentliche Veränderungen durchgemacht, erzählt Ott und fügt an: «Vor 1592 Stand das Wasser des Zugersees rund zweieinhalb Meter höher als heute.» Das Gebiet der heutigen Baarerstrasse wurde häufig überschwemmt und der Saumweg, die damalige Hauptachse zwischen Baar und Zug, verlief einige hundert Meter östlich in Hanglage. In einem für die damaligen Kenntnisse im Wasserbau gewagten Unterfangen wurde das Flussbett der Chamer Lorze. Damit ist der Seespiegel abgesenkt worden, um die Überschwemmung von Transportwegen zu verhindern und neues Land zu gewinnen.

Auch etymologische Einblicke beschert Ott bei der Führung durch Zuger Gassen. Etwa beim Cheibenturm in der Ecke Seestrasse Fischmarkt: Früher wurde der Turm als Gefängnis verwendet.

«Ein Cheib, das war ursprünglich ein Kadaver, und das Wort wurde als übelste Beleidigung verwendet.» Der Gebrauch des Wortes war strafbar. «Heute ist das Wort derart abgeschwächt, dass wir etwas cheibe glatt nennen oder cheibe tüür.»

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