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Rotkreuzer Jungunternehmer verbindet den Kosovo mit der Schweiz

Der Rotkreuzer Jetmir Behluli hat während seiner Ausbildung ein Start-up gegründet, um sich damit sein Studium zu finanzieren. Mittlerweile ist er damit Vollzeit beschäftigt und schafft im Kosovo auch wertvolle Arbeitsplätze.
Laura Sibold
Jetmir Behluli bietet unter anderem Lektorat, Korrektorat, Übersetzungen und Datenerfassung an. (Bild: Maria Schmid (Zug, 20. März 2019))

Jetmir Behluli bietet unter anderem Lektorat, Korrektorat, Übersetzungen und Datenerfassung an. (Bild: Maria Schmid (Zug, 20. März 2019))

Ein Laptop mit Internetzugang – mehr brauchen die Mitarbeiter von Jetmir Behluli für ihre Arbeit nicht. Der Rotkreuzer bietet seit rund zwei Jahren auf www.assignments.ch Lektorat, Korrektorat, Übersetzungen auf Deutsch und Englisch, Transkription, Datenerfassung und weitere Dienste an. Das Besondere daran: Seine Angestellten arbeiten vom Kosovo aus. «Das schafft in Südosteuropa Arbeitsplätze und ermöglicht es Firmen in der Schweiz, eine Dienstleistung relativ günstig zu beziehen», erklärt der 25-Jährige, der vor wenigen Tagen von Bewerbungsgesprächen mit künftigen Mitarbeitern aus dem Kosovo zurückgekehrt ist.

Was mit dem Nebenjob eines Wirtschaftsstudenten begonnen hat, ist mittlerweile zu einem kleinen Start-up mit drei Festangestellten und knapp 15 freien Mitarbeitern geworden. Inzwischen arbeitet Jetmir Behluli Vollzeit für sein Einzelunternehmen und plant, bald auf sechs Festangestellte aufzustocken.

«Viele Fachkräfte dort sprechen gut Deutsch»

In einem Land, wo die Arbeitslosenquote seit Jahren um 30 Prozent herum pendelt, Arbeitsplätze zu schaffen, ist ein löbliches Unterfangen. Behlulis Mitarbeiter im Kosovo haben alle für längere Zeit in Deutschland oder der Schweiz gelebt und sprechen gut Deutsch. Generell sei das Potenzial im Kosovo riesig. «Viele Leute dort sprechen sehr gut Deutsch oder verfügen über ein gutes IT-Fachwissen. Gerade die Schweiz mit ihrem zunehmenden Fachkräftemangel könnte davon profitieren», betont der Rotkreuzer, der in der Schweiz geboren ist und die Kantonsschule Zug besucht hat. Der Schwerpunkt seiner Arbeit mit «Assignments» bildet der Bereich Datenerfassung, dort werde mit Abstand am meisten Geld umgesetzt. Neben «Assignments» hat Jetmir Behluli kürzlich auch «Swisstant» gegründet, eine Dienstleistung, die quasi einer virtuellen Sekretärin entspricht. Darauf sei er anfangs selber angewiesen gewesen. «Da ich gleichzeitig an mehreren Projekten arbeitete und mir keine physische Sekretärin leisten konnte, stellte ich meine eigene virtuelle Assistenz an.»

Virtuelle Sekretärin für sämtliche Arbeiten

Seit rund zwei Wochen ist die Website www.swisstant.ch online, wo Firmen oder Privatpersonen sich für Dienstleistungen wie dem Beantworten von E-Mails, Datenanalyse, Recherche oder Callcenter-Dienste Unterstützung holen können. Auch dieses Angebot wird vom Kosovo aus zur Verfügung gestellt. «Das spart Zeit, Geld und Ressourcen», ist Behluli überzeugt. Da seine Dienstleistungen virtuell und ortsunabhängig sind, sei ihm anfangs viel Skepsis entgegengekommen. «Einige Firmen waren verunsichert, weil sie nicht wussten, mit wem sie es zu tun haben. Seither pflege ich engen Kontakt zu den Kunden.» Via Tracking, also dem Nachvollziehen des Verhaltens seiner Mitarbeiter auf dem Laptop, stellt der Rotkreuzer eine gewisse Qualitätskontrolle sicher. Mehrmals im Jahr reist er zudem in den Kosovo, um dort seine Mitarbeiter und Teile der Familie zu besuchen. «Die Schweiz ist meine Heimat, doch der Kosovo ist genauso wichtig», sagt Jetmir Behluli, der mit seinem Start-up die Schweiz mit dem Kosovo verbindet.

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