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Er wählte die sichere Variante

Der erst 18-jährige Loris Acciardi spielt seit eineinhalb Jahren im Fanionteam des SC Menzingen. Davon träumte er schon, als er als B-Junior zu seinem Stammverein zurückkehrte.
Martin Mühlebach
Loris Acciardi (rechts, im Spiel in Buochs) ist ein zäher Gegenspieler. (Bild: Philipp Schmidli (22. September 2018))

Loris Acciardi (rechts, im Spiel in Buochs) ist ein zäher Gegenspieler. (Bild: Philipp Schmidli (22. September 2018))

Als F-Junior des SC Menzingen zog es Loris Acciardi zum Team Zugerland, dessen Farben er bis zur U15 trug. Sein Vater Giuseppe Acciardi, der seinem Sprössling das Fussball-ABC beigebracht hat, hatte sich gewünscht, dass sein Sohn danach zum FC Luzern oder zum SC Kriens wechselt. Doch Loris winkte ab. Er erklärt: «Ich stand zu jenem Zeitpunkt vor dem Eintritt in die Kanti. Um nicht den weiten Weg von Menzingen nach Luzern oder Kriens auf mich nehmen zu müssen, und mich auf die Schule konzentrieren zu können, kehrte ich zu meinem Stammverein zurück.»

Er sei froh, die sichere Variante gewählt zu haben. Die Rückkehr zum SCM, wo er viele gleichgesinnte Kollegen habe, habe er nie bereut. In der vergangenen Saison hätte er mit Teileinsätzen zum sofortigen Wiederaufstieg des Fanionteams in die 3. Liga beitragen dürfen, seit dem Beginn der laufenden Meisterschaft gehöre er der Stammelf an. Dass der SC Menzingen seit dem Saisonstart ununterbrochen die rote Laterne trägt, beunruhigt den Stürmer nicht. Er betont: «Im ersten Meisterschaftsspiel, bei der 1:3-Niederlage gegen Steinhausen, erlitt unser Captain Daniel Elsener – das Herz unseres Teams – eine schwere Verletzung, die ihn mehrere Wochen ausser Gefecht setzte. Auch ohne ihn spielten wir gut, aber wir mussten mehrere knappe Niederlagen einstecken.» Dank des 0:0 gegen Goldau II und des 5:2-Siegs gegen Küssnacht II sei es gelungen, den Schaden in Grenzen zu halten.

Mit einem Sieg im letzten Vorrundenspiel am Sonntag in Root bietet sich die Chance, auf einem Nicht-Abstiegsplatz überwintern zu können (15.00, Unterallmend). «Diese Chance wollen wir packen», sagt der nur 1,69 Meter grosse Acciardi. Aufgrund seiner geringen Körpergrösse bekunde er Mühe, sich im Kopfballspiel gegen gross gewachsene Verteidiger durchzusetzen. Seine Stärken seien eine gute Ballbehandlung, Agilität und Schnelligkeit. Dass er in der laufenden Meisterschaft erst ein Tor geschossen habe, könne er sich selbst nicht erklären, zumal er in den Vorbereitungspartien mehrere Tore erzielt habe.

Kleiner Stürmer schwärmt für kleinen Stürmer

Loris Acciardi verrät: «Mein Vorbild ist Eden Hazard vom FC Chelsea. Auch er ist wie ich klein gewachsen, agil und schnell. Aber», sagt der Menzinger lächelnd, «im Gegensatz zu mir ist er auch ein echter Goalgetter.» Der 18-jährige Kantischüler, der später Wirtschaft und Recht studieren möchte, spielt mit seinen Freunden in der Freizeit gerne Eishockey. Der EVZ-Fan schaut genau hin, wenn sein – ebenfalls klein gewachsenes – Idol Lino Martschini zu einem seiner Tempoläufe ansetzt und diese mit einem geglückten Torschuss krönt.

Der sich als ehrgeizigen Typen bezeichnende Loris Acciardi verrät: «Ich werde schnell ungeduldig, wenn etwas nicht auf Anhieb klappt. Es nervt mich, Zeit zu verlieren.» Auch seine Schwester Giulia (20) nerve ihn hin und wieder, wenn sie sich heute noch – wie zu Kinderzeiten – sozusagen als seine zweite Mammi gebärde. Fairerweise müsse er aber auch erwähnen, dass Giulia, die als kaufmännische Angestellte bei der AHV-Ausgleichskasse Zug arbeitet, viel für ihn tue. «Sie fährt mich oft an meine Spiele und feuert mich an. Und hin und wieder unterstützt sie mich auch finanziell. Dafür danke ich ihr an dieser Stelle von ganzem Herzen.»

Dass Giulia ihren Bruder hin und wieder bemuttert, hängt wohl auch damit zusammen, dass Loris früher den Ernst der Lage nicht immer richtig einzuschätzen vermochte. So zum Beispiel, als Nachbarskinder die Motorhaube des schnittigen Porsche seines Onkels mit Steinen «verschönerten». Loris Acciardi erinnert sich: «Ich wischte die Steine nicht sonderlich sanft von der Motorhaube. Als ich feststellte, dass meine Aktion Lackschäden verursacht hatte, versuchte ich diese mit farbiger Kreide zu vertuschen.» Herzhaft lachend bemerkt der Menzinger Stürmer: «Ich bin manchmal auch heute noch ein Lausbub, aber ich würde nie etwas tun, das anderen Leuten Schaden täte.»

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