ERFOLG: Aktion Typhon: Kinderporno-Ring gesprengt

Zwei Jahre haben die Ermittlungen gedauert. Nun konnten europaweit 221 Verdächtige ausgeforscht werden – Verdachtsfälle für Kinderpornografie gibt es auch im Kanton Zug.

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(Symbolbild Eveline Bachmann/Neue LZ; nachgestellte Szene)

(Symbolbild Eveline Bachmann/Neue LZ; nachgestellte Szene)

Ins Rollen gekommen waren die Ermittlungen durch das Büro für Kapital- und Sittlichkeitsdelikte im Bundeskriminalamt in Österreich, wie das dortige Bundeskriminalamt mitteilt. Die Website eines österreichischen Betreibers wurde zur Verbreitung von Kinderpornografie missbraucht. 9733 verdächtige Bilder wurden auf dem Server sichergestellt. Binnen 36 Stunden wurden mehr als 110'000 Zugriffe auf diese Seiten festgestellt.

12 Kantone betroffen
Die von Europol unterstützte, so genannte «Operation Typhon» führte zu Hunderten Hausdurchsuchungen in 19 europäischen Staaten. 115 Verdächtige wurden im Zuge der Aktion festgenommen. Wie das Bundesamt für Polizei (Fedpol) auf Anfrage bestätigte, gibt es schweizweit Verdachtsfälle in 12 Kantonen – unter anderem auch in Zug. Gemäss Joe Müller, Mediensprecher bei der Zuger Polizei, war es zu Beginn der «Operation Typhon» zur Festnahme eines Mannes im Kanton Zug gekommen. Dieser hatte kinderpornografische Inhalte konsumiert. Bei einer Hausdurchsuchung seien die betreffenden Daten gesichert und der Mann zur Anzeige gebracht worden. Dieser sei bereits rechtskräftig verurteilt worden; über das Strafmass lägen ihm jedoch keine Informationen vor, wie Müller auf Anfrage sagte.

Genugtuung nach Erfolg
«Sexueller Kindsmissbrauch ist eines der schrecklichsten Verbrechen; deshalb bin ich extrem erfreut, dass Europol zusammen mit seinen Partnern erfolgreich darin war, diese Missetäter zu identifizieren und zu verhaften», wird Fedpol-Direktor Rob Wainwright in einer Medienmitteilung der im niederländischen Den Haag sitzenden europäischen Polizeibehörde zitiert. «Aber glücklichsten bin ich darüber, das gefährdete Kinder identifiziert und vor weiteren Verletzungen geschützt werden konnten.»

scd