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Erfreuliche Langeweile in Unterägeris Finanzen

Die Rechnung 2018 weist ein Plus von 7,2 Millionen Franken aus – das Budget hatte einen Aufwandüberschuss vorgesehen. Entsprechend dürfte der Steuerfuss weiter gesenkt werden.
Raphael Biermayr

Mit Josef Iten-Nussbaumer über die Rechnungsabschlüsse zu sprechen, ist langweilig. Das ist durchaus positiv gemeint. Denn das bedeutet, dass der Finanzchef der Gemeinde Unterägeri einmal mehr einen – mitunter sehr hohen – Ertragsüberschuss erklären darf. Wie immer, seit seinem Amtsantritt im Jahr 2007. «Es ist tatsächlich so: Die Abschlüsse sind stets erfreulich, nur wechseln die Beträge», sagt der CVP-Politiker. Diesmal sind die Beträge besonders hoch: Die Rechnung für das Jahr 2018 schliesst – vor den Abschreibungen – mit einem Plus von 7,2 Millionen Franken ab. Dies bei einem rekordverdächtigen Gesamtertrag von 52,3 Millionen Franken. Im Voranschlag wurde mit 47,5 Millionen Franken gerechnet.

Am stärksten zum über Erwarten guten Ergebnis beigetragen haben die Steuererträge der natürlichen Personen. Auch aus Vorjahren, wie der Medienmitteilung der Gemeinde Unterägeri zu entnehmen ist. Handelt es sich dabei um die Abgaben von Steuersündern, die sich, vor dem Hintergrund des Automatischen Informationsaustauschs mit anderen Ländern, selbst anzeigten? «Das glaube ich weniger», sagt Iten, «jedenfalls haben wir vom Kanton keine entsprechenden Informationen erhalten.» Wie in den Vorjahren unterlässt er es nicht zu erwähnen, dass Unterägeri betreffend die Steuerzahler keinem Klumpenrisiko ausgesetzt sei, sondern die Erträge breit abgestützt seien – «nicht so, wie das in anderen Gemeinden der Fall sein mag», sagt Iten. Traditionell hoch ist die Differenz auch bei den Grundstücksgewinnsteuern, im vergangenen Jahr sind 1,7 Millionen Franken mehr eingegangen als budgetiert.

Die nach Abzug der zusätzlichen Abschreibungen tatsächlich ausgewiesenen 4,6 Millionen Franken Mehrertrag sollen folgendermassen verwendet werden: 3 Millionen Franken zur Vorfinanzierung des geplanten Schulhauses Acher Mitte; 1 Million Franken zum Steuerausgleich; die restlichen knapp 600000 Franken zur Eigenkapitalerhöhung. Im Gegensatz zur Ertragsseite nah beim Budget lag die Gemeinde bei der Aufwandseite. Bei einem Gesamtaufwand von rund 45 Millionen Franken wurde das Budget um 461000 Franken unterschritten, rund ein Viertel davon betreffen Personal- und Sachaufwand, heisst es in besagter Mitteilung.

Auch das laufende Jahr ist viel versprechend

Der Rechnung 2018 lag – nach der Gewährung eines Rabatts von 2 Prozentpunkten – ein Steuerfuss von 66 Prozent zugrunde. Im vergangenen Winter beschloss die Gemeindeversammlung eine Steuersenkung auf 64 Prozent. Und gemäss Josef Iten werden sie im kommenden Dezember wohl erneut über eine Herabsetzung des Steuerfusses befinden – ob im Form einer Senkung oder eines Rabatts, lässt er offen. «Die gute Steuersituation bei den natürlichen und den juristischen Personen dürfte nachhaltig sein, für das Jahr 2019 sieht sie jedenfalls gut aus», führt der Finanzchef der Nehmergemeinde mit dem zweitgrössten Betrag im Zuger Finanzausgleich aus. Das bedeutet, dass das Gespräch mit ihm über den Rechnungsabschluss wohl auch im kommenden Frühling erfreulich langweilig werden wird.

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