Ernst I. führt durch die Narrenzeit

Erich II. Theiler übergab in Allenwinden sein Amt an seinen Nachfolger, der als Faschallminister eingesetzt wurde. Dieser will seinen Beitrag leisten.

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In Amt und Würden: Ernst I. Andermatt mit seinen beiden Töchtern und Prinzessinnen Leonie (links) und Martina. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)

In Amt und Würden: Ernst I. Andermatt mit seinen beiden Töchtern und Prinzessinnen Leonie (links) und Martina. (Bild: Werner Schelbert/Neue ZZ)

Faschallkette, Umhang und Zepter sind Symbole der fasnächtlichen Macht – und allesamt Leihgaben. Ist erst das letzte Korn in der Sanduhr gefallen, heisst es: Antreten zum Abgeben! Diese Erfahrung musste auch Erich II. Theiler machen. Am Samstag wurden ihm in einem feierlichen Akt die Insignien abgenommen. Es sei unglaublich, wie schnell so ein Jahr vergehe, meinte Erich II. in seiner Rede, in der er sich zum letzten Mal an sein Narrenvolk wandte. «Erst haben die Zeremonienmeister mir das Zepter übergeben – schon haben sie es mir wieder genommen.»

Bubenstreiche und Jugendsünden

Viele Fasnächtler nahmen den Weg nach Allenwinden unter die Füsse, um dort der Inthronisation der Faschallgesellschaft beizuwohnen. Die heimische Guggenmusig Grütlihüüler hatte vor den feierlichen Handlungen das Terrain in der ausverkauften Schulhausaula mit kakofonischen Klängen bespielt und so für Feststimmung gesorgt. Das gewiefte Gespann Rémy Frick und Reto Steiner führte die Anwesenden durch die Zeremonien. Zur Einstimmung liessen sie Ereignisse aus dem vergangenen Jahr Revue passieren – Internationales, Nationales, aber auch Witziges aus dem Dorfleben. Über Ernst I., der von seinen Ehrendamen – seinen Töchtern Martina und Leonie – zum Thron eskortiert worden war, wussten die Zeremonienmeister ebenfalls einiges zu berichten. So plauderten Frick und Steiner vor der Einsetzung Bubenstreiche, Jugendsünden und kleine Geheimnisse des künftigen Faschalloberhauptes aus.

Er will seinen Beitrag leisten

Ernst I. hat als 24. Minister das Zepter in Allenwinden übernommen. Der im Dorf verwurzelte gelernte Automechaniker und Inhaber der Garage Andermatt in Walterswil ist ein Vollblutfasnächtler. Unterstützen werden ihn während seiner Amtszeit unter dem Motto «D’Lag isch Ernscht – aber ned hoffnigslos» auch seine Frau Mary sowie seine jüngste Tochter Selina. Der neue Minister ist Mitglied bei der Guggenmusig Fidelios Baar, hat über 30 Jahre bei der Feldmusik Allenwinden Schlagzeug gespielt und ist seit drei Jahren bei der Blaskapelle Windows, die ihn mit einem eigens für ihn komponierten Marsch überraschte.

Die Fasnacht in Allenwinden ist für das neue Oberhaupt ein nicht mehr wegzudenkender kultureller Anlass, zu dem er gerne seinen Beitrag leiste, erklärte Ernst I. Andermatt in seiner Antrittsrede seinen Untergebenen. «Ich freue mich mit euch auf eine lustige, spannende, exorbitante und voll krasse Fasnacht 2011.»

Daniela Sattler