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Erobern «Mocktails» die Zuger Bars?

Immer weniger Alkohol wird in der Schweiz konsumiert. Hat das auch Auswirkungen auf die Getränkekarten Zuger Lokale?
Stephanie Hostettler

Der Alkoholkonsum der Schweizer sank von 9,2 Liter reinen Alkohols pro Kopf und Jahr zwischen 1999 und 2018 auf 7,7 Liter. Schweizerinnen und Schweizer trinken also weniger Alkohol. Die Nachfrage nach alkoholfreien Getränken nimmt zu, und das sorgt, laut dem Artikel einer kürzlich erschienen «Sonntagszeitung» für ein kreatives Angebot in Bars und Lokalen.

Wie sieht es in den Zuger Bars aus? Wird auch dort ein Anti-Alkohol-Trend bemerkt? Die Antworten aus den verschiedenen Lokalen gehen auseinander, dies liegt nicht zuletzt an den unterschiedlichen Ausrichtungen der befragten Gastrobetriebe, die jeweils eine andere Klientel anziehen. «Es gibt schon länger eine Verschiebung von alkoholischen zu nichtalkoholischen Getränken», so Walter Speck, der Gastronomieleiter des Traditionshauses Speck. «Bei uns sind deshalb aktuell alternative Getränke wie Cold Brew Coffee, Kombucha und Frische Fruchtsäfte beliebt. Dazu kommen, bei den warmen Getränken, Spezialitäten wie Schokoladen Chai und Ähnliches», erklärt Speck. Das Mr. Pickwick Pub und das Pier 41 aus Zug bemerken hingegen keine gesteigerte Nachfrage nach nichtalkoholischen Getränken. Im Pier 41 beispielsweise liege dies an den Businessgästen, welche Wein- und Spirituosenkenner seien, gibt Driton Gashi, der Betriebsleiter des Pier 41, als Grund an.

Nichtalkoholische Cocktails heissen «Mocktails»

Dem erwähnten Artikel zufolge wird ebenfalls ein Trend hin zu nichtalkoholischen Cocktails bemerkt. Diese heissen «Mocktails». Auch die Zuger stellen diesen Trend fest. «Wir haben eine Zunahme von Mocktails in den letzten 24 Monaten bemerkt», so Samuel Frei von der Mantra Bar. Obwohl im Mr. Pickwick Pub Bier und Mixgetränke beliebter sind, wurde laut Chef Reto Leuenberger ebenfalls eine Mocktailkarte zusammengestellt. Auch im Pier 41 hätten nebst alkoholfreien Bierspezialitäten selbst kreierte Mocktails an Beliebtheit gewonnen, erklärt Driton Gashi.

Bei den Gründen für die zunehmende Nachfrage nichtalkoholischer Getränke sind sich die Angefragten der Zuger Lokale einig. Ein erster Grund sei der momentane Gesundheitstrend, so Walter Speck. Dies glauben auch Leuenberger vom Mr. Pickwick Pub und Gashi vom Pier 41. «Einer der Gründe ist sicher der momentane Fitness-Gesundheits-Wahn, aber auch der vegetarische und vegane Lebensstil. Sie werden durch die sozialen Medien verbreitet», meint Gashi. Als einen weiteren Grund nennen Zuger Lokalbetreiber die strikten Grenzen, die fürs Autofahren eingehalten werden müssen. «Mit dem Auto oder dem Motorrad mag es fast nichts mehr leiden, es wird mehr genüsslich konsumiert und nicht einfach ‹gesoffen›», betont Leuenberger. Speziell bei Junglenkern seien die Promillegrenzen ein Grund, um die Finger vom Alkohol zu lassen, stellt auch Walter Speck fest. Die Promillegrenze liegt heute bei 0,5 Promille. Früher lag sie bei 0,8 Promille.

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