Erschwingliche Kinderbetreuung für alle Zuger Eltern

Der Regierungsrat stellt die Schwerpunkte seiner Politik der nächsten Jahre vor. Dazu zählt auch die Stärkung einer Sprache.

Raphael Biermayr
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Der Regierungsrat will in die Zukunft des Kantons Zug (im Bild: Blick über die Stadt) investieren.

Der Regierungsrat will in die Zukunft des Kantons Zug (im Bild: Blick über die Stadt) investieren.

Bild: Andreas Busslinger

Der Kanton Zug will die Gemeinden finanziell unterstützen, damit alle künftig montags bis freitags und in den Ferien eine schulergänzende Betreuung organisieren. Diese Angebote sollen für alle Eltern im Kanton erschwinglich sein. Das führte der Gesundheitsdirektor Martin Pfister (CVP) gestern anlässlich einer Medienkonferenz aus. Ausserdem will die Kantonsregierung im Bereich der Kindertagesstätten dafür sorgen, dass im ganzen Kanton das Gutscheinsystem gilt. Das bedeutet die individuelle finanzielle Unterstützung der Eltern gemäss deren Einkommen. Diese Bereiche fallen heute in die Zuständigkeit der Gemeinden. Gespräche mit jenen über die Ausgestaltung dieser Angebote würden folgen.

Diese Massnahmen in der sogenannten familienergänzenden Betreuung gehören zu den zehn Schwerpunkten der Kantonspolitik der nächsten Jahre. Diese stellten Martin Pfister sowie die Volkswirtschaftsdirektorin Silvia Thalmann-Gut (CVP) und der Finanzdirektor Heinz Tännler (SVP) vor. Dazu zählen auch die Verbesserung der Französischkenntnisse der Zuger Schüler, die stärkere Berücksichtigung Bedürfnisse der Personen ab 55 Jahren, die Vervollständigung des Velowegnetzes, die langfristige Sicherstellung des Stadtbahnangebots, der Kauf des Altersheims Maria vom Berg in Menzingen sowie die «proaktive» (Tännler) umweltfreundliche Sanierung der kantonalen Immobilien.

Kanton bezahlt bei Umschulungen

Vorausschauend will die Regierung auch auf dem Arbeitsmarkt handeln. So sollen beispielsweise bei Arbeitstätigen in gefährdeten Berufen frühzeitig die Möglichkeiten für Umschulungen ausgelotet werden. Um für die aktuellen Arbeitgeber einen Anreiz zur Einwilligung zu schaffen, würde sich der Kanton an den Kosten für die Umschulung beteiligen.

Im Zusammenhang mit Cyberkriminalität hat der Zuger Regierungsrat ein Projekt lanciert, um die kleineren und mittleren Unternehmen besser zu schützen. Diese würden im Gegensatz zu Grossfirmen laut Heinz Tännler vernachlässigt. Dazu befinde man sich bereits in Gesprächen mit der Hochschule Informatik in Rotkreuz. Auch mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule stehe man in Kontakt. Dies zwecks Schaffung eines Prüfinstituts im Bereich Cybersecurity. Es war nicht die einzige Gelegenheit, bei der die Vertreter des Regierungsrats gestern einmal mehr die Innovationsfreudigkeit des Kantons hausstrichen.

Französisch sei in der Schweiz weiterhin wichtig

Die beabsichtigte Stärkung der französischen Sprache wirkt da fehl am Platz, spielt diese im internationalen Geschäftskontext doch keine bedeutende Rolle mehr. Auf die Frage, ob nicht beispielsweise Chinesisch gefördert werden könnte, erklärte Silvia Thalmann-Gut:

«Wir legen den Fokus auf die Schweizer Landessprachen.»

Französisch in der Schweiz angesichts der Grossfirmen in der Westschweiz oft auch im geschäftlichen Umfeld als nützlich – und nicht zuletzt in der Politik. Der Regierungsrat bezeichnet seine Schwerpunkte in einer Präsentation als «Destillate». Dies, weil sie von zahlreichen möglichen Themen übrig geblieben sind. Nicht als hochprozentig erachtet er niedrigere Prozente respektive Steuersenkungen. Abseits der Schwerpunkte würden diese jedoch weiterhin diskutiert werden. Im Zusammenhang mit der Coronakrise beantragte die Regierung unlängst eine befristete Steuersenkung. Über diese berät der Kantonsrat am Donnerstag, 25. Juni.

Hinweis: Die Medienmitteilung des Zuger Regierungsrats finden Sie hier.