Leserbrief

Es bräuchte eine Liste der Hoffnung und Menschlichkeit

«Das sind die Reichsten der Zentralschweiz», Ausgabe vom 29. November

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Bei der Lektüre dieses Textes «Das sind die Reichsten der Zentralschweiz» habe ich mir Gedanken gemacht über die Wirkung, die eine solche Information auf mich hat. Gefühle sind entstanden. Unbehagen, etwas Brechreiz, aber auch Gefühle der Ohnmacht.

Unbehagen, wenn ich mir vorstelle, wie viele Menschen daran beteiligt sind, diesen Reichen ihre Vermögen zu erwirtschaften, die aber nie erwähnt werden. Brechreiz über die Tatsache, dass es sinnlos ist, Menschen mit grossen Vermögen jedes Jahr aufs Podest zu stellen und zu sagen: «Die haben enorm viel Geld, Macht.»

Mich würden im Gegensatz auch die Menschen interessieren, die enorm wenig Geld haben, gleichzeitig aber noch spenden für noch ärmere, sich in Freiwilligenarbeit engagieren, sich für andere einsetzen, sich Sorgen machen um unsere Welt, um die Unversehrtheit der Natur, sich engagieren für Gleichstellung. Ich hätte Freude, eine andere Liste zu sehen. Eine Liste der Hoffnung, eine Liste der Menschlichkeit, eine Liste des nachhaltigen Fortschritts. Denn es gibt zahlenmässig enorm viel mehr Menschen, die in einer Liste erwähnt werden sollen.

Marcel Schneider, Cham