Leserbrief

Es braucht keinen Halbanschluss

Zum Autobahn-Halbanschluss Rotkreuz Süd

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Heute kommt die umstrittene Richtplanvorlage 18/1 in den Kantonsrat, in der auch der unnötige Autobahn-Halbanschluss Rotkreuz Süd behandelt wird.

Die Zuger Regierung setzt weiterhin auf neue Strassen und glaubt damit den motorisierten Verkehr zu verflüssigen. Doch wir haben übergeordnete Ziele zu verfolgen: Klima- und Umweltschutz, Schutz der Biodiversität. Andere Mobilitäts- und Arbeitsformen müssen endlich stärker gewichtet werden.

Seit der Kommissionsarbeit zu diesem Richtplan 18/1 sind bereits einige Monate vergangen und die Auswirkungen der Coronakrise beschäftigen uns auf verschiedenen Ebenen. Die Massnahmen gegen die Ausweitung der Pandemie zwangen Mitte März viele Arbeitnehmende innert Tagen auf Homeoffice umzustellen. Dieses Verhalten machte sich auch auf den Strassen stark bemerkbar.

Der Autoverkehr hat stark abgenommen, auch in Rotkreuz in der Industriezone und am Forren Kreisel. Die einfache Massnahme «Homeoffice wo möglich» zeigt jetzt in aller Deutlichkeit, welch grosse Wirkung sie auf das Mobilitätsverhalten hat. Auch wenn in Zukunft wieder einige Arbeitnehmende mehr in die Firma fahren werden, braucht es den Halbanschluss Rotkreuz Süd sicher nicht.

«Lockdown», «Social Distancing» und «bleib zu Hause» sind die Schlagwörter der letzten zwei Monate. Was hat uns dieser Ausnahmezustand erst recht vor Augen geführt? Die Buonaserstrasse und ihre Umgebung zeigen in dieser schweren Zeit ihre Einzigartigkeit. Die ruhige Atmosphäre (ohne Verkehr) wird geschätzt, was sich durch das rege Spazieren, Fahrradfahren, Rollerbladen und vieles mehr beobachten lässt.

Nicht nur jetzt, auch im Sommer werden der Sportplatz, der See, der Tennisplatz, der Wald und das Schwimmbad als beliebte Erholungszonen genutzt. Die jetzige Zeit hat uns allen gezeigt, wie wichtig Naherholungsgebiete sind und welchen Drang wir verspüren, uns draussen aufzuhalten. Ein neuer Halbanschluss durch die Ader der beliebten Strecke, offizieller Fahrrad- und Wanderweg, wird die geschätzte Ruhe und Lebensqualität erheblich einschränken. Sind Sie bereit dies aufzugeben?

Hanni Schriber-Neiger, Kantonsrätin ALG, Rotkreuz