Kommentar

Es braucht mehr Hochs im Zuger Kantonsrat

Einige Debatten im Zuger Kantonsparlament vom Donnerstag, 29. Oktober, hoben sich wohltuend vom Gewohnten ab. Sachlich, durchaus hart in der Sache und mit Respekt wurde diskutiert. Davon braucht es mehr, meint Harry Ziegler, Chefredaktor der Zuger Zeitung.

Harry Ziegler
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Harry Ziegler.

Harry Ziegler.

Bild: Stefan Kaiser

Wie nahe die Begriffe Hoch und Tief beinander liegen, das erfahren wir täglich unter anderem bei den Wetterprognosen. Wir erfahren das auch ab und zu im Zuger Kantonsrat. So am Donnerstag, 29. Oktober.

Das Parlament präsentierte sich im Hoch, was die Diskussion um die Festsetzung des Kiesabbaus in der Gemeinde Cham betraf. Sachliche Argumente, harte aber respektvolle Diskussion, kaum Polemik. Ebenso sachlich die Diskussion über die Motion der SVP-Fraktion, wonach die Anordnung genereller Massnahmen in die Kompetenz des Kantonsrats übergehen solle. Laut Gesetz ist dafür die Regierung zuständig.

Es gab aber auch einen Tiefpunkt: Die Diskussion zu einem SVP-Postulat, das die Aufhebung der Maskenpflicht im Kanton Zug verlangte. So weigerte sich der Fraktionschef der SVP, sich auf Aufforderung der Ratspräsidentin beim Gesundheitsdirektor für eine despektierliche Bemerkung zu entschuldigen. Die weitere Debatte geriet zum emotionalen Austausch von Argumenten bezüglich des Respekts voreinander. Sicher hat das auch mit dem kontroversen Thema Maskenpflicht zu tun. Darüber muss man sprechen. Sachlich, durchaus auch angriffig, solange man Argumente zerpflückt und nicht die Person.

Es sind leider solche unnötigen Provokationen und Diskussionen, die dazu beitragen, dass der Kantonsrat nicht den besten Ruf geniesst. Das liesse sich jedoch einfach ändern: Mehr Hochs und Respekt würden schon genügen.