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Nach 20 Jahren übergibt der Präsident der Zeba sein Amt

An der heutigen Delegiertenversammlung des Zweckverbands der Zuger Einwohnergemeinden für die Bewirtschaftung von Abfällen wird ein neuer Präsident gewählt. Der alte Chef erzählt, was ihn während seiner Amtsjahre besonders gefreut hat.
Charly Keiser
Paul Langenegger posiert im Ökihof in Baar mit dem «Güselsack». Er machte sich jahrelang für die Bewirtschaftung der Abfälle stark. (Bild: Stefan Kaiser (21. Mai 2019))

Paul Langenegger posiert im Ökihof in Baar mit dem «Güselsack». Er machte sich jahrelang für die Bewirtschaftung der Abfälle stark. (Bild: Stefan Kaiser (21. Mai 2019))

Seit 20 Jahren ist Paul Langenegger Präsident des Zweckverbands der Zuger Einwohnergemeinden für die Bewirtschaftung von Abfällen (Zeba). Heute übergibt der Baarer alt Gemeinderat an der Delegiertenversammlung der Zeba dieses Amt an den Oberägerer Gemeindepräsidenten Pius Meier.

Traditionsgemäss sind amtierende Gemeinderäte im Verwaltungsrat des Zeba vertreten. So kam auch Langenegger in den Rat, in dem er sogleich das Präsidium übernahm. «Erst am Nachmittag hat man mir gesagt, dass ich nicht nur Verwaltungsrat, sondern gleich Präsident werden soll», beginnt der 66-Jährige mit der Geschichte, wie sein Engagement beim Zeba begann.

«Der Zeba ist ein Erfolgsmodell»

Der Verband sei 1996 gegründet worden, wobei einige Gemeinden «nur mit Druck» mitgemacht hätten, erzählt Paul Langen­egger. Jede Kommune im Kanton Zug sammelte und entsorgte damals die Abfälle ihrer Einwohner separat. «Das Ziel war, alles gemeinsam zu machen und in jeder Gemeinde einen Ökihof anzubieten, was wir heute erreicht haben.» In jedem der Ökihöfe würden heute enorm viele Fraktionen angenommen. «Wer hätte einmal gedacht, dass man im Ökihof seine Kaffeekapseln abgegeben und diese so gesammelt und deren Stoffe wiederverwertet werden. Der Zeba ist ein echtes Erfolgsmodell. Aber wir mussten dafür kämpfen», ergänzt er.

Einerseits seien Vorurteile vorhanden gewesen und oft sei von Gemeinden der Vorwurf gemacht worden, man könnte es besser machen, schaut Langenegger auf die Anfangsjahre zurück. «Es brauchte viel Überzeugungsarbeit bei den Gemeinden. Und auch die Bevölkerung musste sensibilisiert werden, dass ein grosser Teil des Abfalls gesondert abgegeben und wiederverwertet werden kann.»

Besonders stolz ist Langenegger auf die Kehrichtverbrennungsanlage Renergia, die von acht Abfallverbänden der Zentralschweizer Kantone und der Perlen Papier AG 2012 gegründet wurde. Denn dank des Konstrukts und der Anlage sind die ungedeckten Kosten der Zuger Gemeinden in der Abfallentsorgung in den letzten Jahren drastisch zurückgegangen. Noch 2000 betrug das Minus mehr als fünf Millionen Franken und steht nun «nur noch» bei rund 1,5 Millionen. «Es ist absolut nicht selbstverständlich, dass wir es zustande gebracht haben, all die verschiedenen Verbände zum Bau und Mitmachen bei der Renergia zu gewinnen und zusammenzubringen.»

Der Preis für einen Abfallsack ist gesunken

Der Preis für einen Abfallsack habe im Vergleich von anfänglich 2,9 auf 2,5 Franken gesenkt und die Bewirtschaftung deutlich verbessert werden können. Die Erlöse der Fraktionen hätten teils gesteigert werden können, ergänzt Langenegger und betont: «Und vor allem die Kosten für den Transport könnten massiv verringert werden. Dies, weil wir heute kürzere Wege per LKW zurücklegen können, statt wie zuvor längere Wege nach Winterthur mit den SBB berappen zu müssen.» Der Transport auf der Bahn sei umständlich und teuer gewesen, präzisiert der Baarer. «Die Kosten der Verbrennung pro Tonne Abfall in Perlen ist deutlich günstiger als zuvor in Winterthur.»

Die Renergia senke aber nicht nur die Kosten der Entsorgung, sondern generiere Dampf und Strom für die «Papieri», Strom für die Bevölkerung und viel Abwärme, die in Zukunft auch für den Wärmeverbund Ennetsee genutzt werden solle.

Ausbau der Unterflurcontainer

Der grosse Erfolg des Zeba sei aber eben gewesen, den Leuten beizubringen, dass nicht einfach alles in den Abfallsack geschmissen werden soll, sondern dass Papier, Karton, Glas, Pet und vieles andere separat in den Ökihöfen abgegeben werden könne.

Stolz ist Paul Langenegger zudem auf die Einführung der Unterflurcontainer vor rund zehn Jahren. «Solche sollen im Kanton Zug bis 2030 flächendeckend realisiert sein. Auch dazu müssen Hürden überwunden werden, aber wir sind auf gutem Weg.»

Plastiksammeln sei ökologisch leider kein Erfolg, antwortet Langenegger auf die Frage nach dem Wermutstropfen seiner Amtszeit. «Wir haben viel probiert, aber es bringt der Umwelt nichts, wenn wir nur 30 Prozent des Plastiks dem Recycling zuführen können, dieses dann aber in halb Europa umher transportiert werden muss.» Das Beste sei, den Verbrauch von Plastik zu verringern. Langenegger fügt an: «Da liegt noch grosses Potenzial brach. Doch die grossen Sprünge haben wir dank der Zeba und der Renergia bereits gemacht.»

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