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Füssgängerstreifen bei Alterszentrum gefordert – Kanton sieht kein Bedürfnis

Bewohner des Alterszentrums Frauensteinmatt fordern bei der Bushaltestelle Theater Casino einen Fussgängerstreifen über die Artherstrasse. Der Kanton lehnt jedoch ab – das sei an dieser Stelle unzweckmässig.
Andreas Faessler
An dieser Stelle wünschen sich Bewohner der Frauensteinmatt einen Fussgängerstreifen.

An dieser Stelle wünschen sich Bewohner der Frauensteinmatt einen Fussgängerstreifen.

Das Alterszentrum Frauensteinmatt ist für Fussgänger auch von der Artherstrasse her zugänglich. Für Benutzer der dortigen Buslinie ist es der direkteste Weg, in die Alterssiedlung zu gelangen. Wer allerdings mit dem Bus von der Stadt her kommt und beim Theater Casino aussteigt, muss entweder ein Stück zurückgehen zum Fussgängerstreifen bei der Kreuzung Arther-/Zugerbergstrasse, oder aber er muss die Artherstrasse auf Höhe des Parkhauses Frauensteinmatt frei überqueren, weil es hier keinen weiteren Fussgängerstreifen gibt.

Dass Letzteres vor allem für die ältere Bevölkerung ein Risiko bedeutet, hat sich im vergangenen Juli gezeigt, als eine 90-jährige Bewohnerin des Alterszentrums beim Überqueren der Strasse von einem Auto erfasst und verletzt worden ist. Die Folgen des Unfalls zwangen sie, ihre Alterswohnung aufzugeben und ins Pflegeheim umzuziehen.

Ideal gelegene Bushaltestelle

Mehrere Bewohner des Alterszentrums fordern nun vom Kanton, den Zugang zur Siedlung von der seeseitigen Bushaltestelle Theater Casino mit einem Fussgängerstreifen zu erschliessen, um mehr Sicherheit zu schaffen. «Wir sind der Ansicht, dass an der viel befahrenen Artherstrasse ein zusätzlicher, beleuchteter Fussgängerstreifen dringend notwendig ist», schrieb Josef Frick, einer der Initianten, im vergangenen August an die Baudirektion des Kantons Zug. Die Bushaltestelle Theater Casino stadtauswärts sei für die Bewohnerinnen und Bewohner der Frauensteinmatt ideal gelegen.

Erheblicher Aufwand

Der Kanton äussert sich ablehnend gegenüber dieser Forderung, indem er anführt, dass an besagter Stelle weder ein punktuelles Querungsbedürfnis, noch die erforderlichen Frequenzen für einen neuen Fussgängerstreifen festzustellen seien. Diese lägen erst vor, wenn während den fünf meistbegangenen Tagesstunden mindestens 100 Fussgänger die Strasse an einem bestimmten Punkt queren würden. Auch die Ein- und Aussteigestatistik der Buspassagiere zeige hier deutlich tiefere Belastungen. Seitens Kanton wird den Bewohnerinnen und Bewohnern der Frauensteinmatt empfohlen, entweder die Buslinie 14 an der Hofstrasse zu benutzen oder die Artherstrasse via Fussgängerstreifen beim Theater Casino zu überqueren.

Auf Anfrage der «Zuger Zeitung» präzisiert das Tiefbauamt im vorliegenden Fall, dass die Einrichtung eines Fussgängerstreifens an besagter Stelle mit einem baulichen Aufwand verbunden wäre, da eine Mittelinsel erforderlich sei und deshalb die Strasse auf beiden Seiten verbreitert werden müsste. Hier sei dies allein deshalb zwingend, weil beidseitig ein Radstreifen existiert. Mit dieser Verbreiterung einhergehend seien noch weitere zeit- und kostenintensive Massnahmen wie ein Landerwerb notwendig. Laut Kanton sei insgesamt mit einem finanziellen Aufwand von gegen 900 000 Franken zu rechnen.

«Vorliegend haben wir das vortrittsberechtigte Querungsbedürfnis und die Verkehrssicherheit gegeneinander abgewogen und sind zum Schluss gekommen, dass ein neuer Fussgängerstreifen nicht zweckmässig ist», erklärt Kantonsingenieur Urs Lehmann vom Tiefbauamt des Kantons Zug. Weiter sei es auch aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht zweckmässig, alle 50 Meter einen Fussgängerstreifen zu errichten.

Gesetz über Vernunft und Verstand?

Für die Haltung des Kantons haben die Initianten in der Frauensteinmatt jedoch wenig Verständnis. «Viele betagte Menschen sind alles andere als gut zu Fuss und froh um jeden Meter, den sie nicht zusätzlich gehen müssen», sagt Josef Frick und betont damit ausdrücklich, dass dies nichts mit Bequemlichkeit zu tun habe, sondern schlicht dem allgemeinen Bedürfnis älterer Leute entspreche. «Ich habe Verständnis dafür, dass für solche Projekte gesetzliche Richtlinien gelten, doch darf das Gesetz nicht per se über Verstand und Vernunft stehen. Schliesslich geht es hier um Gesundheit, Schutz und Sicherheit. Mit Richtlinien sind noch lange nicht alle Probleme gelöst.»

«Mit Richtlinien sind noch lange nicht alle Probleme gelöst.»
Josef Frick, Initiant

Dieser Ansicht ist auch Peter Deuber, ehemaliger Zuger Stadtplaner und ebenfalls Bewohner der Frauensteinmatt. Auch er pocht auf die Notwendigkeit eines Fussgängerstreifens beim Alterszentrum und äussert seine Enttäuschung über die ablehnende Antwort des Tiefbauamtes. Entgegen der Argumentation des Kantons ist die seeseitige Bushaltestelle Theater Casino seiner Ansicht nach gut frequentiert, weil sie an diesem «gesellschaftlich zentralen Ort» mehrere Einrichtungen erschliesst. «Darum ist an dieser Stelle eine gesicherte und gut beleuchtete Fussgängerquerung der Artherstrasse ein dringendes Bedürfnis – insbesondere auch angesichts des immer dichter werdenden Verkehrs», bringt es Deuber auf den Punkt und mahnt: «Unfälle wie derjenige im Juli werden hier sonst wieder passieren.»

Die Arbeitsgruppe in der Frauensteinmatt will nach der negativen Antwort des Kantons erneut den Kontakt zu diesem suchen, um ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen.

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