Leserbrief
Es geht hier auch um die Sicherheit

«Rowdys auf der Strasse», Ausgabe vom 8. Juni

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Mit grossem Interesse las ich in der «Zuger Zeitung» vom Montag, 8. Juni, zum Thema Auto-Poser den Gastkommentar von Ludwig Hasler «Rowdys auf der Strasse». Ein wirklich sehr guter und sachlicher Beitrag zu diesem ärgerlichen Thema.

Es vergeht fast keinen Tag, an dem die Medien und das Fernsehen nicht über dieses Thema berichten. Da liest man zum Beispiel, dass fast täglich in verschiedenen Kantonen Autos aus dem Verkehr gezogen werden. Scheinbar hat die Polizei dieser Kantone dies besser im Griff als die Polizei im Kanton Zug. Wie man in der gleichen Ausgabe der «Zuger Zeitung» lesen kann, brüstet sich die Zuger Polizei damit, dass sie vor geraumer Zeit eine junge Autofahrerin und einen Motorradfahrer bei einer Ampel erwischten, die zu viel Gas gegeben haben. Aber warum erwähnt die Zuger Polizei immer wieder diesen einen Fall? Wo ist die Polizei an den Wochenenden, wenn die teils meist sehr jungen Auto-Poser ihre geleasten PS-Monster aus der Garage holen? Wie wäre es mal mit einer Kontrolle in Steinhausen, wenn am Freitag und Samstag von Kreisel zu Kreisel gefahren wird mit teils aufheulenden Motoren.

Eine weitere Frage ist mir auch nicht klar, warum darf die Nummern-Beleuchtung dieser Fahrzeuge hinten am Fahrzeug mit sehr grellem Licht sein? Zu diesem Thema habe ich mich bei einem dieser Autohalter erkundigt. Die Antwort war: So kann die Nummer beim Radar-Blitzer nicht abgelesen werden. Es hilft nicht viel, wenn die Polizei mit ihren beschrifteten Fahrzeugen Präsenz markiert. Wie wäre es mit neutralen Fahrzeugen und nicht in Uniform?

Da es immer dieselben Fahrzeuge sind und aus dem gleichen Quartier von Steinhausen stammen, wären sehr viele Bürgerinnen und Bürger der Polizei gewiss sehr dankbar, wenn hier durchgegriffen würde. Schliesslich geht es auch um die Sicherheit der Bevölkerung und nicht nur um den Lärm. Wenn die Polizei ihre Augen und Ohren verschliesst, müsste halt mal Regierungsrat Beat Villiger ein Machtwort sprechen. Regierungsrat Villigers Amt heisst ja Sicherheitsdirektor.

Heinz Sennrich, Steinhausen


Mit dem Gastkommentar hat Ludwig Hasler vermutlich vielen Bürgern tief aus dem Herzen gesprochen.

Die Quintessenz lautet effektiv: Verdienen die Regierungen noch das Vertrauen des Volkes?

Bereits seit einigen Jahren äusserte ich mich in verschiedenen Leserbriefen zu den Lärmimmissionen auf den Zuger Strassen.

Während der Coronaeinschränkungen fielen diese besonders auf, und ich wandte mich in einem persönlichen Brief an den Regierungsrat mit der Frage nach den Möglichkeiten für einschränkende Massnahmen und den diesbezüglichen Kompetenzen.

Auch nach mehreren Wochen blieb eine Stellungnahme bisher aus. Diese liefert mir nun der oben erwähnte Artikel: Die Politik schläft und ist unwillig!

Bestätigend dazu ist auch die Entscheidung des Regierungsrates betreffend einer Entschärfung oder Tempo-Limite im Weiler Breitfeld, Rotkreuz, die im Zeithorizont von 10 Jahren zu erwarten sei.

Ich war bisher der Auffassung, dass der Regierungsrat zu Diensten des Volkes gewählt würde – offenbar ein Irrtum!

Madeleine Treichler Gilgen, Zug