Leserbrief

Es gibt nur ein richtiges Vorgehen: Eine Räumung

«Vernunft ist besser als Räumung», Kommentar vom 22. September

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Konsterniert nehme ich den prominent auf der Titelseite der «Zuger Zeitung» erschienenen Kommentar von Doris Kleck zu den illegalen Aktionen der Klimajugend auf dem Bundeshausplatz zur Kenntnis. Wie weit sind wir, beziehungsweise unsere Presse, wenn man offen dafür plädiert, dass illegale Aktionen toleriert werden? Frau Kleck: Die Aktion ist illegal und es gibt nur ein richtiges Vorgehen: räumen! Schon das zögerliche Verhalten der Stadtberner Polizei ist ein Skandal für sich, denn wo das Gesetz gilt, muss es durchgesetzt werden. In Ihrem Kommentar kommt klar Ihre Haltung durch, dass der gute Zweck (Klima) die Mittel (Besetzung) heiligt. Das ist falsch. Ich bin überzeugt, dass, wenn eine Gruppe von Leuten eine Zeltstadt mit der Message: «Genug Migration, wir wollen die Schweiz zurück» aufgestellt hätte, dieselbe Frau Kleck sofort zum verbalen Zweihänder gegriffen und in ihrer Kommentarspalte die sofortige Herstellung des rechtmässigen Zustands verlangt hätte. Naiv appelliert die Redaktorin an die Vernunft der Klimajugend. Zur gleichen Zeit wurde im Bundeshaus das CO2-Gesetz debattiert und dann verabschiedet. Vernünftig wäre, dass man diesen ersten Schritt in eine CO2-freie Zukunft als Schritt in die richtige Richtung tituliert hätte. Im Gegenteil, man lachte darüber. Sogar die eigenen grünen Freundinnen und Freunde im Bundeshaus verstanden das nicht mehr. Damit Frau Kleck doch noch etwas Positives hört, noch Folgendes. Sie haben recht, nur mit dem Support der Bevölkerung und der Politik lassen sich Fortschritte erzielen. Die Aktion der Klimajugend hat mit ihrem unvernünftigen, sturen, illegalen Vorgehen enorm Schaden genommen. So verliert man jeglichen Goodwill.

Adrian Risi, Kantonsrat SVP, Zug