Kommentar

Es gibt nur eine Richtung

Redaktorin Carmen Rogenmoser über den geplanten Gesellschaftsraum im 24. Stockwerk des Park Tower in Zug. 

Carmen Rogenmoser
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Autoren-Porträt Carmen Rogenmoser

Autoren-Porträt Carmen Rogenmoser

Ein grosser Raum, der für kulturelle und gesellschaftliche Anlässe genutzt werden soll, dies an einem spektakulären Ort: im 24. Stock des Park Tower in Zug, auf 81 Metern Höhe. So lautete zumindest die Vision des Stadtrates beim Bau des Hochhauses. Doch noch immer befindet sich der Raum im Rohbau, seit bald sieben Jahren.

Der Gesellschaftsraum wurde zu einem Politikum. Das hat seinen Ursprung in einem Eigentümerwechsel des Park Towers noch vor der konkreten Planung. Laut Bebauungsplan sollte es im Hochhaus ein Hotel mit Restaurant geben. Der neue Eigentümer verwarf diese Pläne und baute stattdessen Wohnungen und Büros. Das erschwerte die Erschliessung des eingeplanten Gesellschaftsraums.

Für Diskussionen sorgten und sorgen beim Grossen Gemeinderat (GGR), Stadtrat und Stockwerkeigentümern vor allem Betriebskonzept und Nutzungsrecht: Der Stadtrat setzte Anfang 2014 gar ein Schiedsgericht für die Klärung der Nutzung ein. Im Juni 2015 legte dieses fest, dass die Stadt die Kontrolle über den Raum hat. Nun will der Stadtrat aktiv werden. Dies, um dem «Hin und Her ein Ende zu setzen und die Nutzung gemäss dem ursprünglichen Konzept selbst in die Hand zu nehmen.»

Er beantragt für den Ausbau einen Kredit von 457000 Franken. Der Raum soll für Gruppen von maximal 50 Personen eingerichtet werden, vollausgebaute Küche mit Gastrogeschirrspüler inklusive. Miteingerechnet sind auch das Mobiliar sowie die Multimediaausstattung. Der Kredit muss vom GGR genehmigt werden.

Kann der Stadtrat damit tatsächlich eine für das Parlament annehmbare Lösung präsentieren und vorwärtsmachen oder ist der neue Versuch bloss ein Schritt vorwärts und zwei zurück? Denn mit der neuen Vorlage landet der Stadtrat wieder am gleichen Ort wie schon im Sommer 2016. Auch damals legte er dem GGR einen Ausbaukredit vor. Dieser war jedoch um rund 20000 Franken tiefer als der jetzige. Der GGR lehnte das Geschäft äusserst knapp ab.

Langwierige politische Prozesse, wenig Kompromissbereitschaft und Politik, die scheinbar an der Sache vorbeizielt, haben ihr Übriges dazu getan, dass die unglückliche Situation rund um einen Raum, der eigentlich ein Highlight der Stadt sein könnte, entstanden ist. Liegt der Raum weiterhin brach, leidet nicht nur die Bausubstanz, auch die Öffentlichkeit wird um eine Attraktion gebracht.